Harburg – Der Umbau des Harburger Busbahnhofes nimmt konkrete Form an: Die Hamburger Hochbahn hat am Dienstag am Harburger ZOB den Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs vorgestellt: Sechs Architekturbüros hatten sich beworben, den Zuschlag erhielt das Hamburger Büro „Blunck + Morgen Architekten“. Der Umbau startet im nächsten Frühjahr mit den vorbereitenden Maßnahmen.

Ihr Siegerentwurf „Ein Dach für die Stadt“ überzeugte die hochkarätig besetzte Jury und wird in den kommenden Jahren realisiert. Die Kosten für den kompletten Umbau des Busbahnhofs belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag und sollen Ende 2024 abgeschlossen sein.

Bis zu 40 000 Fahrgäste steigen hier pro Tag ein, aus oder um, in der Spitzenzeit kommen bis zu 150 Busse pro Stunde an oder fahren ab, 22 Buslinien im Tagesverkehr und sieben Buslinien im Nachtverkehr schaffen gemeinsam mit S3, S31 sowie dem Regional- und Fernverkehr ein enges Mobilitätsnetz.

Mit den Leistungsdaten rangiert die Anlage gemeinsam mit Altona und Wandsbek Markt unter den Top 3 der insgesamt 13 Busanlagen im gesamten Stadtgebiet. Die in den achtziger Jahren errichtete Anlage ist allerdings damit auch an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gestoßen. Deshalb wird die Gesamtanlage nun komplett saniert und erweitert, um auch für die künftigen Leistungsausweitungen des HVV im Zuge des Hamburg-Taktes gerüstet zu sein.

Ein wesentliches Merkmal der Gesamtanlage ist der neu entstehende Bussteig in der Hannoverschen Straße, der auf beiden Seiten von den Bussen angefahren werden kann. Er ist ebenfalls überdacht und ermöglicht den Fahrgästen mit bis zu 10 Metern Breite ein bequemes und sicheres Ein- und Aussteigen. An diesem Bussteig werden die Buslinien 14, 141, 241, 143, 443, 543 und 146 halten, die bislang über die Busanlage geführt werden mussten. Mit dem neuen Verkehrskonzept entfällt dieser Umweg, gleichzeitig entlastet diese Maßnahme die Anlage.

"Auf der Anlage selbst halten künftig nur die Linien, die hier starten oder enden. Für den Zugang zum Bussteig sorgen zwei Fußgängerquerungen auf der Hannoverschen Straße, eine davon bietet am südlichen Ende der Anlage auch einen direkten Zugang zum Bahnhofsvorplatz und damit zum Regional- und Fernverkehr", sagt Frank Steinhorst, Bereichsleiter Infrastruktur bei der Hochbahn.

Der Bauarbeiten für den neuen ZOB Harburg beginnen im kommenden Frühjahr. Zunächst erfolgen die Arbeiten im Umfeld und zur Verlegung der Leitungen im Untergrund. Der eigentliche Umbau mit der neuen Dachkonstruktion startet im Frühjahr 2023. Die Fertigstellung ist für Ende 2024 geplant. Aktuell erarbeitet die HOCHBAHN zusammen mit allen Beteiligten ein Verkehrskonzept für die Bauphase, das im Herbst dieses Jahrs vorgestellt werden soll.  (cb)

Nacht-Visualisierung mit dem Phoenix-Center im Hintergrund. Foto: Blunck+Morgen Architekten BDA