Harburg – Harburgs Gastro-Szene verliert einen weiteren Akteur: Fünf Jahre lang hat der Graue Esel im Karnapp 5 die Harburger Kultur- und Gastro-Landschaft bereichert. Jetzt sind im Esel die Lichter ausgegangen. Ende Juni wurde der Laden besenrein von Jo Riehle an den Vermieter übergeben. Riehle  war 2017 der Erfinder von Hamburgs erstem Coaching-Café, das sich am Abend in eine gemütliche Weinstube verwandelt.

Nach gut 200 öffentlichen und vielen geschlossenen Veranstaltungen ist jetzt Schluss. Unter den Gästen, die in einem der ältesten Häuser Harburg - vermutlich wurde es im Jahr 1645 gebaut - auftraten, waren Wolfgang Trepper und Torsten Sträter. Es gab whiskey tasting mit Manuel Sarrazin, Vorträge, Lesungen und Musik.
„Ich möchte keine einzige Veranstaltung missen, sagt Jo Riehle, der vor kurzem seinen 50. Geburtstag feierte. Seit 2018 organisierte er das Café gemeinsam mit Bernd Ludwig. Beide waren nebenberuflich als Gastronomen tätig. Tagsüber hatten sie noch andere Jobs, aber irgendwie schaffte man den Spagat.

Die Entscheidung, den Esel zu schließen fiel 2021: Jo Riehle bekam die Job-Chance seines Lebens angeboten. Der Lebensmittelchemiker wurde stellvertretender Geschäftsführer des Instituts für Hygiene und Umwelt. In dem Landesbetrieb sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.  „Das ist für mich ein beruflicher Glücksgriff mit viel Verantwortung. Allerdings kann man abends keinen Gastrobetreib nebenbei mehr am Laufen halten“, sagt Jo Riehle gegenüber harburg-aktuell.

Die Marke „Der Graue Esel“ hat sich Jo Riehel schützen lassen. Riehle: „Wir wollen Veranstaltungen des Grauen Esels an anderen Orten und in anderen Lokalen initiieren. Lesungen, Kunst und Musik sollen dann in anderen Lokalen diesseits und jenseits der Elbe stattfinden. Wir haben noch viele Ideen im Kopf. Der Geist des Grauen Esels wird weiterleben.“   (cb)

Das wars: Jo Riehle macht ein letztes Mal die Tür vom Grauen Esel zu. Foto: Christian Bittcher