Heimfeld - Im Krankenhaus Harburg, in dem sich eines der größten Zentren für die Behandlung von Lungenkrankheiten befindet,

liegen mittlerweile mehr Corona-Patienten, als in der Spitze der ersten Welle im Frühjahr. "Die Situation zieht an", sagt Priv. Doz. Dr. med. Gunther Wiest, Chefarzt des Klinikums. "Wir sind aber weiter aufnahmefähig. Jeder, der kommt, wird auch ordentlich versorgt."

Aktuell liegen 35 Patienten wegen einer Covid19-Infektion in der Asklepios-Klinik am Eißendorfer Pferdeweg. Davon werden elf auf der Intensivstation behandelt. Die meisten werden beatmet. Sechs der Corona-Patienten sind unter 60 Jahre alt. Von den Patienten auf der Intensivstation ist keiner der Patienten unter 50.

Hamburgweit lagen, Stand Mittwoch, 311 Patienten mit Covid19 in Hamburger Krankenhäusern. 79 liegen auf Intensivstationen. 17 davon sind keine Hamburger. Insgesamt gibt es in der Stadt 127 freie Intensivbetten.

Täglich werden fünf bis sechs neue Patienten wegen Covid19 ins Krankenhaus Harburg eingeliefert. Etwa im gleichen Umfang entlässt die Klinik wieder die Patienten, die nicht mehr einer Krankenhausbehandlung bedürfen. "Problematisch", so Wiest sei vor allem die Weitervermittlung von alten Menschen, die bislang noch allein wohnten, nach der Entlassung aber gepflegt werden müssten und per Text noch nicht negativ sind. Für sie sei es fast unmöglich einen Pflegeplatz zu bekommen.

Das Seniorenheime der Brennpunkt sind, zeigen interne Zahlen der Behörden, die harburg-aktuell vorliegen. Danach stammen 169 der 318 seit Beginn der Pandemie in Hamburg mit Covid19 verstorbenen Menschen aus Seniorenheimen. Das entspricht einem Prozentsatz von 53 Prozent. Der Altersdurchschnitt der in Hamburg verstorbenen Coronapatienten wird mit 80 Jahre angegeben. zv