Coronakontrolle

Harburg - Das war ein "Knallhart-Einsatz" gegen Betriebe, die gegen die Corona-Regeln verstoßen.

Am Donnerstag kontrollierten Beamte der Bereitschaftspolizei unter Führung der Wache Harburg fast flächendeckend die Betriebe in der Innenstadt. Auch in Neugraben und Wilhelmsburg waren Beamte unterwegs. Insgesamt wurden deutlich über 100 Betriebe kontrolliert.

28 Ordnungswidrigkeitsverfahren, sieben Verwarnungen, aber auch zwei Strafanzeigen sind das Ergebnis der Kontrolle. Die Anzeigen bekamen eine Frau (48) und ihr Sohn (17), die im Food Court im Phoenix-Center ohne Masken umher liefen. Als Beamte die Frau stoppten, holte die ein Attest hervor. Es war offensichtlich aus dem Internet als Blankoformular herunter geladen und dann ausgefüllt worden. "Ein Attest ist wie eine Urkunde zu sehen", so ein Beamter. "Deswegen wurde ein verfahren wegen Urkundenfälschung eingeleitet." Ansonsten gab es im Phoenix-Center, wo zahlreiche Läden überprüft wurden, so gut wie keine Beanstandungen. Auch in den Arcaden und im Marktkauf wurde kontrolliert - ebenfalls ohne große Beanstandungen. "Es gab von den Geschäftsinhabern vor allem positive Resonanz", so ein Polizist.

In der Wilstorfer Straße gingen die Beamten von Tür zu Tür, überprüften jedes Geschäft. "Es gibt vor allem Probleme mit den Kontakdatenlisten", sagte ein Beamter. Aber auch stießen die Polizisten immer wieder auf Mitarbeiter, die noch ein Visier statt Mundschutz trugen. Das ist nicht mehr zulässig. Positiv: Betreiber von Gastrobetrieben, die erst vor wenigen Tagen kontrolliert wurden und eine Strafe bekamen, hatten sich jetzt an die Vorgaben gehalten. Aber auch das gab es. Im "Casablanca" wurde, so hieß es aus Polizeikreisen, erneut ein Verstoß festgestellt. Es sei bereits der dritte Verstoß, womit nur für den dritten Verstoß 2000 Euro Bußgeld fällig wären.

Insgesamt wurden im Rahmen der Aktion 70 Gastronomiebetriebe und 63 sonstige Geschäfte kontrolliert. "Nebenbei" wurde 30 Identitätsfeststellungen durchgeführt, zwei Platzverweise erteilt und ein Haftbefehl vollstreckt.

Die Polizei will, auch in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt, in den kommenden Tagen weitere Kontrollen durchführen. zv

In den Geschäften wurde auch die Kontaktdatenlisten überprüft. Foto: André Zand-Vakili