Schule Maretstrasse

Harburg - In keiner anderen Schule in Hamburg gab es im August so viele Infektionen mit Covid19 unter Schülern, wie in der Stadtteilschule Maretstraße. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Sabine Boeddinghaus von den Linken hervor.

Danach wurden 19 der 817 Schüler vom 14. bis 27. August gemeldet, die mit Corona infiziert waren. Umgerechnet auf die Anzahl der Schüler ergibt das einen Anteil von rund 2,3 Prozent. Auch das ist hamburgweit der höchste Wert an Schulen.

Die Schule Maretstraße wird von der Behörde mit einem Sozialindex von 1 bewertet. Das ist die niedrigste Bewertung iin diesem Ranking. Die beste Stufe im Sozialindex wird mit 6 beziffert.

Die Linke sieht einen Zusammenhang zwischen sozialem Umfeld der Schüler und den Infektionszahlen. Das kann, muss aber nicht die ausschlaggebende Rolle spielen.

Im Fall Maretstraße handelt es sich um eine Schule, in die viele Schüler aus dem Bereich Phoenix-Viertel gehen, dass als sozialer Brennpunkt gilt und einen hohen Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund hat.

Der Erhebungszeitraum beginnt kurz nach dem Ende der Sommerferien, die traditionell auch viele Familien mit Migrationshintergrund für Verwandtenbesuche genutzt hatten. Die Schulbehörde hatte bereits Ende August darauf hingewiesen, dass "die Zahl der Fälle, in denen eine Infektion im Ausland belegt ist, sehr hoch war". Durch die Verbreitung im eigenen Haushalt oder nahen Umfeld sei laut Schulbehörde anzunehmen, dass weitere Infektionen mittelbar auf solche Infektionen im Ausland zurückzuführen seien. zv