Harburg/Landkreis - Behörden, aber auch Apotheken und Hausärzte verzeichnen viele anfragen zum digitalen Impfpass, der ab Montag funktionieren soll. "Wir haben jeden Tag um die 50 Anrufe zu diesem Thema", sagt Lühr Weber, Inhaber der Arcaden Apotheke.

Viele Geimpfte wollen den digitalen Nachweis. Weber: "Wir werden wohl noch nicht am Montag, aber im Laufe der Woche in der Lage sein, digitale Impfpässe auszustellen." Vorher mussten Technik angeschafft, Regularien abgeklärt und Mitarbeiter geschult werden. "Wir werden extra Plätze dafür haben, um den normalen Apothekenbetrieb aufrecht zu erhalten", so Weber.

Auch im Binnenhafen in der Apotheke am Veritaskai geht man davon aus noch nicht am Montag, aber im Laufe der kommenden Woche den digitalen Impfpass ausstellen zu können. Ab Montag soll es bereits in der Apotheke im Phoenix-Center klappen.

"Das Erstellen des digitalen Impfpasse wird vermutlich fünf bis zehn Minuten dauern", sagt Weber. "Dazu kommt die Wartezeit." Am Ende gibt es einen QR-Code, der per Handy gescannt wird oder auch auch in Papierform mitgenommen werden kann.

"Wir haben durch die Covid-Schnelltestungen bereits die Erfahrung, dass in Harburg viele Menschen kein oder ein ungeeignetes Handy haben, dass die Leute nicht wissen, was ein QR-Code ist, oder das Handling einfach nicht hinbekommen", sagt Weber.

Wer im Impfzentrum in Hamburg geimpft wurde, wird den QR-Code zugeschickt bekommen. Das kann aber dauern.

Auch im Landkreis Harburg ereichen die Verwaltung aktuell viele Anfragen zum digitalen Impfnachweis. Viele bereits vollständig geimpfte Bürger möchten wissen, ob sie sich den hierfür notwendigen QR-Code in den Impfzentren in Buchholz und Winsen nachträglich ausstellen lassen können. "Dies ist jedoch nicht möglich", heißt es aus der Kreisverwaltung.

Erste Anlaufstelle hierfür werden ab Montag, 14. Juni, die Apotheken in Niedersachsen sein. Bis die Voraussetzungen für diesen Service in einem Großteil der Apotheken geschaffen sein werden, wird es jedoch auch dort noch ein wenig dauern.

Die nachträgliche Ausstellung des digitalen Impfnachweises soll zudem auch über die impfenden niedergelassenen Ärzte ermöglicht werden. Außerdem soll es laut Informationen des Landes für alle, die bereits vollständig geimpft sind, im Impfportal unter www.impfportal-niedersachsen.de und über die Hotline des Landes unter 0800 99 88 665 zeitnah die Möglichkeit geben, den benötigten QR-Code digital oder postalisch zu erhalten.

Alle Personen, die zukünftig an den Impfzentren geimpft werden, erhalten den digitalen Nachweis direkt vor Ort. Das Land stattet die Impfzentren mit der hierfür notwendigen Soft- und Hardware aus. Laut Gesundheitsministerin Daniela Behrens soll der Startschuss im Laufe in der kommenden Woche fallen.

Für Geimpfte gibt generell zwei Möglichkeiten, den digitalen Impfnachweis als QR-Code auf dem Smartphone zu nutzen: die CovPass-App, die in den App-Stores verfügbar ist, und die Corona-Warn-App, die viele bereits zur Kontaktverfolgung von Infizierten nutzen. Für die Corona-Warn-App steht eine aktualisierte Version zur Verfügung, die es möglich macht, den digitalen Impfnachweis dort zu speichern und bei Bedarf vorzuzeigen. Vollständig Geimpfte erhalten den QR-Code in Apotheken und bei Ärzten gegen Vorlage eines Impfnachweises und eines Personalausweises.

Laut Bundesgesundheitsministerium enthält der digitale Impfnachweis nur Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften und das Geburtsdatum. Bei der Überprüfung der Impfnachweise kann es sein, dass ergänzend ein gültiger amtlicher Ausweis mit Foto vorgezeigt werden muss. Die Daten werden nur lokal auf dem eigenen Smartphone gespeichert und an keiner anderen Stelle. wg/zv