Harburg - Noch so eine Enttäuschung.

Die beiden avisierten Busse, die ab Mittwoch auf dem Harburger Rathausplatz und dem Neugrabener Markt als mobile Schnelltestzentren stehen sollten, kamen nicht. Grund soll ein kurzfristiger Wechsel des Betreibers sein. Jetzt sollen sie ab Donnerstagmorgen an beiden Orten stehen.

Auch die sechs von den Behörden im Bezirk Harburg als Anlaufstellen für Coronaschnelltests genannten Apotheken sind nicht alle "einsatzbereit". Zwei der sechs Apotheken bieten noch überhaupt keine Testungen an. Andere machen das nur gegen Gebühr. Die Ausnahme sind Apotheken, die die versprochenen kostenlosen Schnelltestungen anbieten.

Der Hintergrund sind ungeklärte Abrechnungsmodalitäten. "Wir haben jeden Tag einen anderen Vertrag zugeschickt bekommen", hieß es beispielsweise aus der Schäfer-Apotheke.

Apotheken, die bereits jetzt kostenlose Testungen anbieten, machen das auf eigenes Risiko und in der Hoffnung, dass die Tests rückwirkend vergütet werden.

Andere Apotheken, wie die Arcaden-Apotheke in Harburg, bereiten eigene kleine Testzentren vor. Dort geht man davon aus, dass eine Testung von maximal 70 Personen am Tag realistisch ist.

Schnelltests für den Privatgebrauch sind dagegen kaum zu ergattern. "Der Markt ist leer gekauft", sagt ein Apotheker. Dazu gibt es erst wenige Anbieter. Was ihn ärgert: Die Antigen-Schnelltests für Privatleute unterscheiden sich kaum, von denen, die für die Anwendung durch medizinisches Personal vorgesehen sind. "Eigentlich ist es nur die Länge des Stäbchens, mit dem der Speichel aus dem Rachenraum entnommen wird", so der Apotheker. Ansonsten seien der lediglich Beipackzettel und die Verpackung unterschiedlich.

Das Problem für die Anbieter: Die Kosten für eine Zulassung würden um die 200.000 Euro betragen und mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen. In Österreich sei man da pragmatischer gewesen. Dort hätte man die Zulassungen schnell und unbürokratisch geregelt, wenn die nahezu identischen Profi-Tests eines Herstellers bereits eine Zulassung hatten. zv