Harburg – Monatelang ging im Vereins-Sport so gut wie gar nichts. Im Zuge der ersten Lockerungen der Corona-Vorschriften, gibt es auch

für den Sport einen Silberstreif am Horizont: Die Ausübung von Sport im Freien ist allein, zu zweit oder mit den Angehörigen eines weiteren Haushalts - maximal 5 Personen - möglich.

Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres können in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien Sport treiben. Viele Vereine in Harburg Stadt und Land fahren jetzt das Training für diese Altersgruppen wieder hoch. Sportarten wie Hockey und Fußball sind auf allen staatlichen und privaten Sportplätzen mit bis zu 20 Kindern und Jugendlichen auch südlich der Elbe wieder möglich. Während die meisten die Lockerung begrüßen, gibt es allerdings auch kritische Stimmen.

Jens Bendixen-Stach (kleines Foto), Abteilungsleiter der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg und Vorsitzender des Verbands-Jugendauschusses im Fußball, ist begeistert: „Auch wenn es viele Regeln gibt, die jetzt eingehalten werden müssen, dürfen die jüngeren jetzt endlich wieder ihrem geliebten Freizeitvergnügen nachgehen.“

Jens Bendixen-Stach hofft, dass bei stabilen beziehungsweise sinkenden Infektionszahlen auch die älteren wieder auf den Platz dürfen. Hier ist nach wie vor nur ein Individualtraining erlaubt. „Hoffentlich können wir zur nächsten Saison wieder zur Normalität zurückkehren. Nach den Frühjahrsferien werden die jüngsten Schulkinder von der 1. bis zur 4. Klasse im Wechselunterricht beschult. Auch hier wird es dann den geliebten Sport im Freien wieder geben“, sagt Bendixen-Stach.

Mit eher gemischten sieht Raoul O. Classen (kleines Foto), Jugend-Fußball-Trainer beim HTB die Entwicklung: „Natürlich haben wir Freude darüber, endlich wieder unseren geliebten Fußballsport ausüben zu dürfen. Gleichzeitig haben wir aber auch Sorgen“, sagt der Fußball-Experte. Ein Dorn im Auge ist ihm der hohe Inzidenzwert in Harburg, der wie berichtet gestern bei etwa 144 lag. Classen: „Da darf es ja eigentlich keine Lockerungen geben. Aber in Hamburg gilt ein stadtweiter Wert. Überzeugend finde ich das Vorgehen der Verantwortlichen somit nicht wirklich.“

Außerdem betont Raoul O. Classen: „Viele Trainer gehören auch zur Risikogruppe. Und was machen wir mit den Spielern in unserem Team, die jetzt schon über 14 Jahre alt sind?“

Trotz allen Bedenken wird auch er das Training für seine Spieler wieder aufnehmen: „Wir werden uns mit viel Demut und größtmöglichem Verantwortungsbewusstsein den neuen Rahmenbedingungen stellen. Die Gesundheit muss immer Vorrang haben.“  (cb)