Marmstorf - Die Tagespflege Marmstorf bietet seit mehreren Wochen eine Notbetreuung für Tagesgäste an, die zu Hause nicht versorgt werden können – weil

sie keine Angehörigen mehr haben, diese weit weg leben oder der Pflegedienst eine ganztägige Versorgung nicht gewährleisten kann.

"Die Notbetreuung findet von 8.15 bis 13 Uhr statt. Um 12 Uhr gibt es bei uns Mittagessen, danach bringt unser Fahrdienst unsere Gäste nach Hause. In den Nachmittag- und Abendstunden übernimmt dann der Pflegedienst", sagt Sonja Eikhof, Leiterin der Tagespflege.

Nur fünf von 13 Tagesgästen kommen derzeit ins Haus am Feuerteich. Bevor sie das Haus betreten, wird ihre Temperatur gemessen und sie müssen sich die Hände desinfizieren, Rollator und Gehstock erhalten zudem eine Sprühdesinfektion. "Inzwischen hat sich bei unseren Gäste schon eine gewisse Routine entwickelt was die Abläufe betrifft", sagt Pflegefachkraft Christina Owczarzewicz.

Die Senioren, die zwischen 70 und 95 Jahre alt sind, sitzen versetzt am großen, breiten Tisch, damit der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. "Die größte Herausforderung ist sicherlich, dass wir mit unseren Gästen aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln weder mit Körperkontakt noch mit Mimik arbeiten können", sagt Eikhof. Einen Gast, der traurig sei, könne sie weder in den Arm nehmen noch mit einem Lächeln aufmuntern, da der Mund durch die Maske abgedeckt sei.

Und auch sonst ist in diesen Tagen vieles anders in der Johanniter-Einrichtung. Das bei den Tagesgästen so beliebte "Mensch-ärgere-dich-nicht"-Spielen findet aufgrund der Abstandsregeln nicht statt. "Stattdessen machen wir Gedächtnisspiele oder Stuhlgymnastik, haben eine tägliche Zeitungsrunde oder erraten Sprichwörter. Das geht alles prima mit Abstand", sagt Owczarzewicz. (cb)