Harburg - Angesichts des Ukraine-Kriegs herrscht große Betroffenheit. Um den Menschen im Kriegsgebiet und auf der Flucht zu helfen, werden zahlreiche Aktionen initiiert, bei denen auch Harburger helfen können. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Aktionen in Harburg Stadt und Land:

Ein weiterer Hilfsgütertransport der BRH-Rettungshundestaffel Hamburg und Harburg e.V. ist gestartet. Mit Lastwagen und Kleinbussen mit Anhängern werden fast 10 Tonnen Hilfsgüter transportiert. Die beinahe 30 Kubikmeter an Lebensmitteln, medizinischem Gerät, Medikamenten aber auch Isomatten und Decken, sind genau die Dinge, die gerade vor Ort benötigt werden.

Die Karitasz Ungarn hatte eine Liste erstellt und die Helfer der Rettungshundestaffel hatten sofort reagiert. Über eine Woche lang wurde in Hamburg und Niedersachsen fast täglich gesammelt. Kunden verschiedener Supermärkte hatten ihren Einkauf um eine Kleinigkeit erweitert und diese gespendet. Außerdem hatte die Staffel benötige Dinge aus Spenden selbst dazugekauft. Nur so konnte diese große Menge an Hilfsgütern zusammenkommen.

Alle Hilfsgüter werden persönlich vor Ort, an die Karitasz Ungarn übergeben. Sie werden im dortigen Zentrallager für den Weitertransport, je nach Bedarf zusammengestellt. Mitarbeiter der Karitasz bringen die Hilfsgüter dann zu den eingerichteten Flüchtlingsunterkünften an die verschiedenen Grenzübergänge zur Ukraine. Immer wenn die Sicherheitslage es zulässt, werden außerdem Krankenhäuser oder Sammelstellen direkt in der Ukraine beliefert.

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In der Fegro-Halle an der Schlachthofstraße in Harburg sind die Umbauarbeiten abgeschlossen. In der über 10.000 Quadratmeter großen Halle, die vom DRK-Harburg betrieben wird, sind jetzt Notunterkünfte eingerichtet, die durch Trennwände voneinander abgeschottet sind. Entstanden sind dadurch 54 „Wohnwaben“ mit jeweils sechs Doppelstockbetten. Platz wäre somit für 648 Personen. Ganz zu Anfang waren die Betten ohne Trennwände in die Halle gestellt worden.

Bisher ist ein Kernteam von fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgesehen, sobald die Unterkunft genutzt wird. „Je nach Belegung können wir aufstocken“, so Teamleiter Dr. Michael Wedler. „Wir setzen Menschen aus sozialen Berufen ein, die flexibel sind und Willen zum Engagement gemäß unserer DRK-Grundsätze mitbringen.“

Auch Angebote von 35 ehrenamtlichenHelfern, organisiert von DRK-Koordinatorin Rosa Schlottau, sind im laufenden Betrieb eingeplant. „Auf jeden Fall werden wir Aktive als Sprachmittler brauchen“, sagt sie. Wann die Halle wieder belegt wird, steht noch nicht fest.

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Mitarbeiter der Sparkasse Harburg-Buxtehude und die Stiftung für Stifter der Sparkasse haben gemeinsam eine Spendenaktion für die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine ins Leben gerufen. Innerhalb von nur einer Woche sind dabei 60.000 Euro zusammengekommen. Und auch ein Hilfsprojekt war schnell gefunden: am frühen Freitagmorgen hat sich der bislang größte Hilfstransport in der Region für die Ukraine in Neu Wulmstorf auf den Weg in die polnische Stadt Lubaczów, die Partnerstadt Tostedts direkt an der ukrainischen Grenze, gemacht. An Bord zweier Lastwagen waren unter anderem Zelte, EKG-Geräte, Notstromaggregate sowie dringend benötigte Medikamente im Wert von 75.000 Euro. Dieser wurde in Teilen von den Sparkassen-Spenden mitfinanziert.

Initiiert wurde der Hilfstransport von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Tostedt. Als Kooperationspartner engagierten sich die Krankenhäuser Buchholz und Winsen, das Deutsche Rote Kreuz sowie die Johanniter. Auslöser der Aktion war ein Brief, den der Bürgermeister von Lubaczóws an den DRK-Kreisverband Harburg-Land mit seinem Präsidenten Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen, geschrieben hatte. Darin berichtet er von „täglich hunderten Flüchtlingen“, die aus der Ukraine nach Lubaczów strömen und für deren Versorgung das Nötigste fehle. Es folgt eine detaillierte Liste der dringend benötigten Güter.

Das Besondere an der Spendenaktion der Sparkasse: 29.814,99 Euro wurden von aktiven und ehemaligen Mitarbeitern der Sparkasse gespendet. Die Initiative zur Spendenaktion kam aus der Belegschaft selbst. Beim Vorstandsduo Andreas Sommer und Sonja Hausmann stieß die Anregung sofort auf offene Ohren und dann ging es ganz schnell. Die Stiftung für Stifter verdoppelte die Spenden anschließend und rundete auf. „Die Menschen vor Ort brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe. Die Hilfsbereitschaft hierzulande ist riesig und ich bin sehr glücklich und stolz, dass auch unsere Sparkassen-Familie mit dieser Spendenaktion ihren Teil dazu beiträgt“, so Vorstandsmitglied Sonja Hausmann

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Mit Paletten hilft die Paletten-Service Hamburg AG, die ihren Sitz im Binnenhafen hat. „Für uns war sofort klar, dass wir helfen wollen“, so Unternehmenssprecherin Maxime Mönke. Als die Anfrage diverser Hilfsorganisationen für Paletten ankam, wurde unkomplizierte Unterstützung zugesagt. „Das gilt natürlich auch für zukünftige Anfragen“, sagt Mönke. Bei der Hilfslieferung hat das Unternehmen auf Einwegpaletten zurückgegriffen. „Die können nach dem Gebrauch auch noch zum Heizen verbrannt werden“, so Dominik Mönke.

Mitarbeitern mit ukrainischen Wurzeln hilft das Familienunternehmen durch intern gesammelte Geldspenden. Am Firmenstandort in Wismar wurde ein Mitarbeiter ein Fahrzeug inklusive Sprit zur Verfügung gestellt, um Familienangehörigen von der ukrainischen Grenze nach Deutschland zu holen.

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Das Seevetaler Benefizkonzert in der Burg Seevetal am vergangenen Freitag war ein voller Erfolg: Gut gelaunt rockten Bands und Einzelkünstler die Bühne vor fast ausverkauftem Saal zugunsten der Menschen in der Ukraine. Von Klassik bis Rock über Musical und Tanzeinlage wurde auf der Bühne alles geboten. Am Ende des Abends kam eine Spende über 4.500 Euro zusammen.

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Mehr symbolisch ist die Unterstützung am Harburger Rathaus. Das erstrahlt aktuell bei Dunkelheit in den Farben der Ukraine. Strahler am Boden tauchen die Fassade in blaues und gelbes Licht.

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In Buchholz wurde die Schützenhalle in eine Notunterkunft für Flüchtlinge umgewandelt. Innerhalb von acht Stunden statten rund rund 30 ehrenamtlichen Helfer von DRK und Johannitern  mit Unterstützung von rund 20 Jugendlichen, die sich über den allgemeinen Hilfeaufruf gemeldet hatten, die Unterkunft mit Betten, Bettwäsche und Spinden sowie Tischen und Stühlen aus. Es wurden Duschcontainer und Sichtschutzwände beschafft und dafür gesorgt, dass die Heizung läuft. Außerdem galt es, das Reinigungs- und Sicherheitspersonal zu organisieren und die Frage der Verpflegung zu klären.

Geplant ist, die Kriegsflüchtlinge vorübergehend in der Schützenhalle aufzunehmen, um ihnen für ein bis zwei Nächte ein sicheres Dach über dem Kopf zu bieten und sie dann schnellstmöglich in andere, dauerhaftere Unterkünfte zu vermitteln.

Bis Donnerstag lagen rund 150 private Wohnraumangebote beim DRK, das als zentrale Anlauf- und Vermittlungsstelle fungiert, vor. Wer privat Flüchtlingenn eine Unterkunft bieten möchte, kann sich beim DRK unter Telefonnummer 0 41 71/769 44 44 melden.
Wer unterstützen möchte und Sprachkenntnisse in Ukrainisch oder Russisch besitzt, wendet sich an die Johanniter. Die Hilfsorganisation hat die Hotline 0 41 72 – 96 61 13  eingerichtet.

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Viele Unternehmen, Familien und Einzelpersonen aus Harburg beteiligen sich an der Spendenaktion des Harburg Marketing e.V. Bis zum 10. März sammelte der Harburg Marketing e.V. Sach- und Geldspenden für die Betroffenen des Krieges in der Ukraine – jetzt wird sortiert, verpackt und auf den Weg gebracht.

Am Mittwoch startete die Spendensammelaktion, am Freitag waren wie berichtet die Annahmestellen in der Harburg Info und im Pop Up Store im Phoenix Center voll. Kurzerhand stellte Klaus Skarupke vom Prime Self Storage in der Buxtehuder Straße Lagerräume zur Verfügung.

Eine erfolgreiche Spendenaktion hat es zudem im E-Center im Marktkaufcenter gegeben. Geschäftsführer Tadeusz Chmielewski hat für Harburg Marketing einen Sammelpoint errichtet und konnte ebenfalls Palettenweise Spenden sammeln. "Die Kollegen des E-Centers hatten eine großartige Idee: Vorgefertigte Tüten mit Hygieneartikel, Konserven, Babynahrung, Seife und vielen anderen wichtigen Dingen, für rund 10 Euro zu packen. Diese wurden in der Kassenzone aufgebaut, damit die Kunden eine Tüte nehmen und kaufen können und diese dann in die Spendenbox packen können“, sagte Centermanagerin Valbone Scharfenberg und fügt hinzu: „Zudem spendete das E-Center im Marktkauf-Center 1500 Euro in Form von Lebensmitteln, Hygieneartikel, Batterien und Babynahrung"

Delmes & Heitmann aus Seevetal rollte mit 15 Paletten Spenden an. Das Harburger Unternehmen Kock & Sack koordinierte Fahrten von den Annahmestellen in das größere Lager im Self Storage und stellt 1.400 Kartons zum Verpacken der gesammelten Spenden bereit.
Die GECO Deutschland GmbH ruft seine Mitarbeiter zum Social Day zusammen – in der kommenden Woche wird die Belegschaft Harburg Marketing beim Sortieren, Verpacken und Beschriften der Kartons unterstützen.

Diese Aktion aus Harburg hat so viel Strahlkraft, dass selbst Projekte nördlich der Elbe darauf aufmerksam geworden sind. So konnte Citymanagerin Antonia Marmon mit dem Projekt „You Help Ukraine“ aus Altona die Transporte der Spenden direkt an die Grenze organisieren. Aber auch neu errichtete Unterkünfte für die Flüchtlinge in der Hamburger City werden mit den Spenden der Harburger bestückt.

Antonia Marmon: „Die Ukrainer kommen nun nach und nach auch in Hamburg an. Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit haben, direkt vor Ort zu unterstützen, aber auch, dass wir schon hier in Hamburg aktiv an der Versorgung der Geflüchteten mitwirken können.“

In der kommenden Woche werden die 100 Kubikmeter Spenden sortiert und in stabile Kartons verpackt. Die Beschriftung erfolgt auf den Sprachen Deutsch, Englisch, Polnisch und Ukrainisch. Es haben sich schon zahlreiche Harburger freiwillig zur Unterstützung gemeldet. Es werden aber noch weitere helfende Hände benötigt. Unter folgendem Link kann man sich eintragen: https://doodle.com/meeting/participate/id/5eVZBGve

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Schüler der Gesamtschule Seevetal in Hittfeld haben sich auf dem Sportplatz Peperdieksberg versammelt. sie bilden den Schriftzug "Peace" und das entsprechende Symbol. Es ist der Ausdruck des Wunsches nach Frieden in der Ukraine. "Die Ereignisse der letzten Wochen haben auch die Schülerschaft an der IGS Seevetal sichtlich bewegt", so ein Lehrer.

Dabei sei der Wunsch aufgekommen aktiv zu werden. Natürlich bleibt es nicht bei einer symbolischen Geste. es wurden mehrere konkrete Hilfsaktionen angeschoben. Dazu zählt unter anderem ein Kuchenverkauf, bei dem Spenden gesammelt wurden, sowie die geplante Beteiligung an einem Hilfskonvoi zur Unterstützung von Flüchtlingen aus der Ukraine.

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Um ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine zu unterstützen haben die Johanniter vom Ortsverband Seevetal über das Wochenende 100 Willkommenspakete gepackt. „Bei den Paketen haben wir darauf geachtet, dass sie Nahrungsmittel wie Mineralwasser, Saft, Kaffee, Zucker, Suppendosen, Marmelade und Honig enthalten, aber auch Hygieneartikel, wie Deo, Duschgel, Taschentücher und Damenhygieneprodukte“, sagt Kreisbereitschaftsführer Alexander Jansen.

Neben 50 Paketen für Erwachsene gibt es je 25 für Säuglinge (0 bis 6 Monate) und Babys (6 bis 12 Monate). Diese wurden mit Windeln, Feuchttüchern, Flaschen, Milchpulver und Babygläschen bestückt. Insgesamt nahmen zehn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an der Packaktion im Ortsverband Seevetal teil, bei der rund zwei Tonnen Material bewegt worden.

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Mit zehn Flüchtlingen, sechs Frauen und vier Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren, ist am Sonntag der aus fünf Fahrzeugen bestehende Hilfs-Konvoi der Rettungshundestaffel Hamburg-Harburg zurück. Der Konvoi war vier Tage zuvor zur ungarisch-ukrainischen Grenze mit Hilfsgütern, Medikamenten und Lebensmitteln, aufgebrochen.

In Napkor, einer ungarischen Grenzstadt, habe sich den Helfern ein schlimmes Lagebild geboten. „In einer Turnhalle waren 500 Menschen zusammengepfercht“, sagt Stefan Ossowski, der als Einsatzleiter den Hilfstransport begleitete. "Etwa 30 Menschen mussten ohne Unterkunft am Bahnhof schlafen. Viele Menschen waren erschöpft und traumatisiert.“

Auf dem Rückweg hatte der Konvoi zunächst 15 Flüchtlinge mitgenommen. Fünf hatten in Dresden eine andere Route eingeschlagen, weil sie unter anderem nach Karlsruhe wollten.

Die zehn Flüchtlinge, mit denen der Konvoi sein Ziel, den Übungsplatz der Rettungshundestaffel in Wilhelmsburg, erreichte, wurden bereits von Gastfamilien erwartet, die sie vorübergehend aufnehmen. Hier konnte auch die Schwiegermutter eines Teammitglieds, erstmals ihr kürzlich geborenes Enkelkind in die Arme nehmen. Nicht nur bei ihr flossen Tränen der Erleichterung.

Die Rettungshundestaffel ist bei ihrer Arbeit auf Spenden angewiesen. Wer sie unterstützen möchte. IBAN: DE55200505501033213651

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Am Freitag, 11. März, findet um 19 Uhr auf Initiative der Gemeinde Seevetal in der Burg Seevetal ein Benefiz-Konzert zu Gunsten der Opfer des Ukraine-Krieges statt. Dabei sind unter anderem die Coverband  „Papa Rockt“, die Musical Company mit einem Ausschnitt ihres Musicals „Rent“, die Bigbands der Gymnasien Hittfeld und Meckelfeld und viele andere Musiker der Region-
 
Der Einlass beginnt ab 18 Uhr. Es gelten die 2G-Bedingungen. Der Eintritt beträgt 5 Euro. Der Vorverkauf startet am Freitag, 4. März. Karten gibt es in der Burg Seevetal, in der Wassermühle Karoxbostel, beim Getränkehandel Otto Bode in Hittfeld, im Gartenfachzentrum Matthies sowie im Restaurant Horse in Pub in Harburg / Langenbek.

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Auch das Marktkauf-Center unterstützt die vom Harburg Marketing ins Leben gerufene Spendenaktion „Harburg hilft!“. „Wir sammeln in unserem Marktkauf-Center Spenden für die Ukraine. Allein das E-center Harburg spendet über 1500 Euro in Form von Konserven, Babynahrung, Hygieneartikel und Batterien“, sagt Centermanagerin Valbone Scharfenberg.


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Der Hilfskonvoi der BRH-Rettungshundestaffel ist am Donnerstag nach Ungarn aufgebrochen. „Trotz kurzfristigem Aufruf haben uns sehr viele Sachspenden erreicht. Die Menge an Spenden die uns erreichte war derart groß, dass wir unseren Konvoi kurzfristig auf fünf Fahrzeuge aufstocken mussten“, sagt Holger Grinnus, Presssprecher der Hundestaffel. Und weiter: 12 Helfer, darunter ein Arzt bringen nun Beatmungsgeräte, fünf Kubikmeter Verbandmittel, Medikamente, warme Kleidung, Isomatten, Schlafsäcke, 400 Powerbanks, Lebensmittel, Babynahrung, Hygieneartikel, Hundefutter und vieles mehr in die Region.
„Nach Übergabe der Hilfsgüter wird unser Team weiter in Richtung Záhony fahren. Dort werden von uns Flüchtlinge aufgenommen und nach Hamburg gebracht, wo bereits die Unterbringung geplant ist“, so Grinnus.