12.696 Fälle, 153 weniger als im Vorjahr, wurden an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Die Aufklärungsquote stieg um 2,41 Prozentpunkte auf 60,85 Prozent.

Ein großer Teil der Taten sind Diebstahlsdelikte. Allein hier wurden 4351 Taten gezählt. 2018 waren es noch 4907. Die Aufklärungsquote ist in dem Bereich mit 27,44 Prozent weit unterdurchschnittlich. Die besonders in den Fokus gerückten Wohnungseinbrüche ist deutlich von 556 in 2018 auf 450 im vergangenen Jahr gesunken. Der Wert ist so gut, wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Trotzdem passiert damit jeden Tag mehr als ein Einbruch im Landkreis.

Kaum eine Veränderung gab es bei den Autodiebstählen 130 Fahrzeuge, zwei weniger als 2018, wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Harburg gestohlen. Schlecht: Hier ist die Aufklärungsquote deutlich von 22 Prozent auf nur noch 16,15 Prozent gesunken.

Die Zahl der Autoaufbrüche ging dagegen deutlich von 567 Taten in 2018 auf 342 Taten im vergangenen Jahr zurück. Hier sind fast ausnahmslos "Profis" am Werk. Laut Polizei ist nach wie vor die Zielrichtung fast ausnahmslos die Ersatzteilbeschaffung, wie Navigationssysteme, Airbags und Beleuchtungseinrichtungen oder der Diebstahl hochwertiger Werkzeuge aus Firmenfahrzeugen.

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ging von 769 in 2018 auf 650 in 2019 zurück. Aufgeklärt wurde nicht mal jeder zehnte Fall.

Einen Anstieg gab es bei den sogenannten Rohheitsdelikten auf 2050 Taten im vergangenen Jahr. Das sind 121 mehr als 2018. Die Masse entfiel auf die Körperverletzungen mit 1323 Taten - 69 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Raubüberfälle stieg deutlich um über 20 Prozent von 83 auf 102 Taten im vergangenen Jahr an. Der Anstieg ist auch mit der Zunahme von räuberischen Diebstählen zu erklären, also angehaltenen Ladendieben, bei denen die Täter mit Gewalt versuchten mit ihrer Beute zu fliehen. Prositiv: über 90 Prozent der Taten wurden aufgeklärt.

Bei den schweren Gewaltdelikte registrierte die Polizei elf Tötungsdelikte, bei denen es in allen Fällen beim Versuch blieb. Außerdem gab es vier weitere "Straftaten gegen das Leben". Dabei handelt es sich um Unglücke, die fahrlässig herbeigeführt wurden.

Die Zahl der Vergewaltigungen ist deutlich  von 13 auf 23 angestiegen. Die Zahl aller Sexualdelikte stieg ebenfalls sprunghaft von 131 auf 211 Fälle im vergangenen Jahr an. Hier fallen auch zahlreiche Fälle drunter, bei denen Minderjährige über soziale Medien Pornografie verbreiteten.

Ein Problem im Landkreis Harburg ist auch die "miese Maschen", bei der alte Menschen durch Trickbetrüger ausgenommen werden, die beispielsweise am Telefon vorgaukeln von der Polizei zu sein. Die 155 Taten sind vermutlich nur die bekannt gewordene Spitze des Eisbergs. Die Masse der Anrufe führt die Täter auch nicht zum Erfolg. Aber bei den vier Opfern, die auf den Trick herein fielen, erbeuteten die Täter insgesamt rund 200.000 Euro.

Insgesamt lebt man im Landkreis Harburg vergleichsweise sicher. Die Häufigkeitszahl für Straftaten, mit der statistisch die Zahl der Taten pro 100.000 Einwohner ausgerechnet wird, liegt bei 5023. Das ist deutlich niedriger, als in ganz Niedersachsen, wo statistisch 6346 von 100.000 Einwohner Opfer einer Straftat wurden. zv