Promotion - Schnellere Hilfe für Herzpatienten in Wilhelmsburg und auf der Veddel: Nach umfangreicher Renovierung hat das Krankenhaus Groß-Sand

ein neues Herzkatheterlabor in Betrieb genommen. Beim Herzinfarkt rettet der Herzkatheter Leben. In Kooperation mit dem Herzzentrum Süderelbe der Helios Mariahilf Klinik ist die wohnortnahe kardiologische Versorgung ab sofort wieder rund um die Uhr gewährleistet.

Mit den neu ausgestatteten Räumlichkeiten begrüßt das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand auch mehrere neue Gesichter: Ein Team um Dr. Timm Matthiesen, Oberarzt beim Kooperationspartner Helios Mariahilf und zuletzt Leiter des Herzkatheterlabors in den Sana Kliniken Lübeck, wird gemeinsam mit den Wilhelmsburger Internisten die kardiologische Medizin in Groß-Sand gestalten. Dr. Matthiesen ist an mehreren Tagen pro Woche in Wilhelmsburg präsent, für Notfälle steht eine 24-Stunden-Bereitschaft zur Verfügung.

Mit Brustschmerzen immer zum Arzt: Es könnte ein Herzinfarkt dahinter stecken

Seit Inbetriebnahme des Herzkatheterlabors am 7. November wurden bereits zahlreiche Patienten versorgt, auch mit akuten Infarkten. „Schmerzen im Brustkorb, ein Engegefühl, Atemnot – das sind Symptome, die auf einen Herzinfarkt hindeuten und schnell abgeklärt werden müssen. Die Herzkatheteruntersuchung ermöglicht Diagnostik und bei Bedarf auch Therapie in einem“, erklärt Dr. Matthiesen.

Doch wie kommt es überhaupt zu einem Infarkt? Die häufigste Ursache ist die koronare Herzerkrankung. „Dabei finden sich Engstellen in den Herzkranzgefäßen. Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend durchblutet, was schlimmstenfalls zum Herzinfarkt führt. Die Verengungen können wir mit Hilfe des Herzkatheters darstellen und beseitigen“, erklärt Dr. Matthiesen. Das Prinzip der Untersuchung: Unter lokaler Betäubung wird ein dünner biegsamer Kunststoffschlauch über eine Arterie – meist am Handgelenk – bis zu den Herzkranzgefäßen geführt. Nach Verabreichung eines Kontrastmittels werden die Gefäße sowie bei Bedarf auch die Herzklappen auf dem Röntgen-Bildschirm sichtbar. „Auf diese Weise erhalten wir wichtige Informationen – nicht nur über den Zustand der Herzkranzgefäße, sondern auch über die Pumpfunktion der Herzkammern oder eventuelle Herzklappenfehler“, so Dr. Matthiesen weiter.

Diagnostik und Therapie mit einem Eingriff Ein Vorteil des Herzkatheters verglichen mit anderen bildgebenden Verfahren: Wird eine kritische Engstelle entdeckt, kann diese im gleichen Eingriff beseitigt werden. „Bei Bedarf können wir das verengte Gefäß durch Einsetzen eines Stents erweitern und so die Durchblutung des Herzmuskels wiederherstellen. So kann ein Infarkt begrenzt oder sogar verhindert werden.“

Auch Dr. Ulrich Mai, internistischer Chefarzt und Ärztlicher Direktor in Groß-Sand betont: „Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Entsprechend wichtig ist es, dass wir unseren Patienten in Wilhelmsburg nun wieder die Untersuchung und Behandlung mit dem Herzkathether anbieten können.“

Zentrumsstrukturen ermöglichen breiteres Behandlungsspektrum

Neu ist, dass durch die Kooperation mit dem Herzzentrum Süderelbe nicht nur akute Herzinfarkte in Groß-Sand behandelt werden können. Durch die Zusammenarbeit mit den Harburger Spezialisten unter der Leitung von Chefarzt Dr. Oliver Zantis soll das kardiologische Leistungsspektrum generell erweitert werden. So ist geplant, mit der Stress-Echokardiographie ein modernes Untersuchungsverfahren zum indirekten Nachweis einer Durchblutungsstörung am Herzen zu etablieren.

Mit der Integration in das Herzzentrum Süderelbe stehen den Patienten der Wilhelmsburger Klinik auch weitere Verfahren der modernen Kardiologie offen. Etwa bei komplexen Herzrhythmusstörungen ist die Weiterversorgung in der Mariahilf Klinik auf kurzem Wege möglich. Auch notwendige Herzoperationen werden im Rahmen der Zentrumsstrukturen im universitären Herzzentrum problemlos sichergestellt. dl