150610HotelHarburg – Schon wieder ist ein neues Hotelprojekt für den Harburger Binnenhafen aufgetaucht: Auf dem ehemaligen Geländes des Bauhofs an der Blohmstraße Ecke

Kanalplatz könnte ein 3-Sterne-Hotel des Betreibers Kolping-Hotel GmbH mit rund 100 Betten entstehen. Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit dem Vorhaben des Verbands der Kolpinghäuser e.V., gleich nebenan auf demselben Grundstück ein Haus mit 70 Jugendwohnungen zu bauen. Der Verband hatte schon im Mai 2014 die Stadt gefragt, ob er das Flurstück 814 kaufen kann.

Nach der ersten Euphorie wurde allerdings deutlich, wie kompliziert das Vorhaben ist. Das haben jetzt Wolfgang Pritsching von der Sozialbehörde und Anja Dirks vom Bezirksamt im Harburger Sozialausschuss deutlich gemacht. Die Kombination Kolpinghaus für Jugendliche und Kolping-Hotel hat sich in Deutschland mehrfach bewährt, eine Marktanalyse habe laut Pritsching ergeben, dass sich ein Hotel in Harburg erst ab 100 Betten rechnet. Und damit wird es buchstäblich eng. Denn auf dem Grundstück sollen dann nicht nur Kolpinghaus und Kolping-Hotel untergebracht werden, es muss auch noch Platz für ein großes Parkhaus sein. Das muss gebaut werden, wenn zwei Baufelder nördlich der Straße Kanalplatz als Bürohäuser vermarktet werden sollen.

Auf Grund der Ausweisung im Bebauungsplan dürfen aber nur auf einem Teil des Grundstücks überhaupt Wohnräume gebaut werden – und das nur mit strengen Lärmschutzauflagen. Außerdem müsste zwischen Parkhaus und den Kolping-Bauten eine fensterlose Brandmauer gezogen werden. Anja Dirks: „Das alles lässt sich kaum umsetzen.“

So viel steht fest: In dem Kolpinghaus würden 70 Jungerwachsene zwischen 18 und 21 Jahren unterkommen, die zuvor von der „Hilfe zur Erziehung“ betreut wurden und jetzt, da sie volljährig sind, eine eigene Wohnung beziehen müssten. Pritsching: „Es gibt aber nicht genügend billigen Wohnraum.“ Deshalb habe die Stadt das Programm „Hier wohnt Hamburgs Jugend“ aufgelegt. Zurzeit gebe es 1108 Personen – darunter 467 Flüchtlinge –  die irgendwie untergebracht werden müssen. Pritsching: „Das kostet die Stadt per anno pro Person rund 40.000 Euro.“ Deshalb stehe auch das Projekt Kolpinghaus unter großem Zeitdruck. Es sei deshalb „bedrückend“, dass das Vorhaben auf dem ehemaligen Bauhof selbst bei günstigem Verlauf nicht vor 2018 realisiert werden könne. ag

Veröffentlicht 10. Juni 2015