150521KlavierHarburg – Eigentlich wird der Speicher am Kaufhauskanal erst Ende des Monats offiziell eröffnet. Das erste Konzert fand aber schon jetzt statt. Kein Geringerer als Justus Frantz,

Pianist, Dirigent und Erfinder des seit 1986 stattfindenden Schleswig-Holstein Musikfestivals, saß am Flügel und bot den Zuhörern eine Kostprobe seines Könnens. Einer der auf den Tag hin geübt hatte, saß dabei zeitweise neben dem Maestro auf dem Klavierhocker. Dr. Florian Gehrke, Partner bei der Kanzlei des Gastgebers, Dierkes Partner, spielte mit Justus Franz vierhändig die ungarischen Tanz Nr.5 in Fis Moll von Johannes Brahms.

„Eine gesunde Portion Aufregung hatte ich schon“, sagt Gehrke über seinen Konzertflügel-Gig mit Frantz. Zwar spielt er schon seit 30 Jahren Klavier und hat als Kirchenmusiker schon mehrere hundert Auftritte vor gläubigem Publikum absolviert. Mit einem Klassik-Schwergewicht wie Justus Frantz vierhändig am Flügel zu spielen, ist dann aber doch etwas so Herausragendes, dass es einem, wie Gehrke verriet, doch den einen oder anderen Tropfen Schweiß aus den Poren drückte. "Es war auf jeden Fall etwa Besonders mit jemanden von so einem Format zu spielen", so Gehrke.


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Eigentümer Rolf Lengemann auf der Bühne. Foto: zv

Das Publikum, darunter Heinz Lüers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Lotto-Chef Torsten Meinberg oder St.Pauli Vizepräsident Jochen Winand waren nicht nur von der Darbietung, sondern von der neuen Harburger Spielstätte insgesamt beeindruckt. „Die Akustik ist hervorragend“, sagte Winand über den Bühnenbereich, der sich im ersten Stock des historischen Speichers befindet.

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Dr. Florian Gehrke, Justus Frantz und Hans-Peter Schubert. Foto: zv

Unten präsentierte sich der Speicher als Location, die sich nicht nur für Kulturereignisse, sondern auch andere Veranstaltungen empfiehlt. Das Flair durch alte Holzbalken mit ihrer antiken Patina, die rustikal-kreative Bar, das Catering vom Königsberg, dem Ableger vom momento di, und die Einrichtung lassen schon erahnen, dass hier in den kommenden Jahren nicht nur herausragende Auftritte geboten, sondern auch so manchen Häppchen serviert und auch einige Flaschen Schampus im Rahmen weiterer Veranstaltungen geköpft werden. Speicher-Manager Henry C. Brinker verriet, dass es schon zahlreiche Buchungen, darunter viele Hochzeiten gibt.

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Im unteren Bereich kamen die Gäste zum Empfang zusammen. Foto: zv

Dass es eine inoffizielle Vorpremiere gab, machte Dierkes Partner möglich. Die hatten anlässilich ihre 25-jährigen Firmenjubiläums zu ihrem neunten Mayday, einer jährlichen Kundenveranstaltung, mit Justus Frantz nicht nur einen herausragenden Gastspieler- und Redner geholt, sondern auch einen ganz besonderen Standort gesucht. „Wir sind in den letzten Wochen mächtig aufgeregt gewesen“, sagt Hans-Peter Schubert vom Team Harburg angesichts der noch stattfindenden Bauarbeiten. „Die Aufregung legte sich erst vor zwei Tagen ein wenig, als wir die Räumlichkeiten in Augenschein nehmen durften, üblicherweise noch mit diversen Handwerkern , aber einer Bauleitung, die eine unendliche Ruhe ausstrahlte.“

Jetzt kommt der letzte Feinschliff. Am 30. Und 31. Mai wird es dann die offizielle Eröffnung geben. Am Sonnabend wird es ab 11 Uhr ein buntes Programm mit viel Musik und Figurentheater geben, bevor um 20 Uhr im Rahmen eines Gala-Abends der weltbekannte Pianist Lev Vinocour die Dornröschen-Suite des 1903 in Hamburg verstorbenen Komponisten Theodor Kirchner sowie Werke von Chopin spielt. Dazu werden in einer Video-Performance Bilder von der Dornröschen-Ballett-Uraufführung in St. Petersburg gezeigt.

Am Sonntag wird es erneut ab 11 Uhr musikalische Darbietungen geben, bevor um 20 Uhr der zweite Gala-Abend beginnt. Dann wird die Sopranistin Ingeborg Schöpf, bekannt aus der TV-Übertragung des Silvesterkonzerts der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann 2012, auf der Bühne stehen. zv