150514sportplatzEißendorf – An den Anwohnern und der Politik vorbei versucht offenbar die Verwaltung den Sportplatz Lichtenauerweg zu schließen und dort Wohnungsbau zu

ermöglichen. Dagegen regt sich Widerstand. Sowohl SPD wie auch CDU haben einen Antrag in die Bezirksversammlung eingebracht, in dem sie von der Verwaltung Aufklärung fordern. Hamburg arbeitet nicht nur an einem Sportflächenschutzgesetz. Vor dem Hintergrund der ansteigenden Bevölkerung, möglicher zukünftiger Einschränkungen auf anderen bestehenden Sportplätzen sowie der Bewerbung für Olympia halten die Harburger Politiker die Schließung eines Sportplatzes für das völlig falsche Signal.

Denn Sportplätze in Harburg sind ganz besonders wertvolle Perlen für die Allgemeinheit. Neue sind nicht in sicht. „Vor dem Hintergrund des Planungsrechtes wird man in Wohngebieten keine neuen Sportplätze bauen können“, sagt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. Der Sportplatz Lichtenauerweg ist in Privatbesitz und von der Stadt gepachtet. Für Wohnungsbau müsste der Bebauungsplan geändert werden. Das ist bislang nicht geschehen. Trotzdem hat das Gelände, das in den letzten Jahren zwei Besitzern gehörte, zumindest zum Großteil den Eigentümer gewechselt. Neuer Besitzer ist ein Bauunternehmen aus Itzehoe. Fast zwei Millionen Euro soll, so die Informationen von harburg-aktuell.de, der Kaufpreis betragen. Der neue Eigentümer scheint angesichts der Summe bei dem Sportplatz fest von künftigem Bauland auszugehen. Die Harburger Behörde gibt so etwas wie Flankenschutz. In deren Entwurf für die Broschüre "Wohnungsbauprogramm 2015" ist das Areal bereits als mögliches Baugebiet, auf dem mehr als 100 Wohnunge entstehen sollen, enthalten.

Das Immobiliengeschäft verwundert Insider. Sportplätze dürften einen Grundstückswert zwischen zehn und 15 Euro pro Quadratmeter haben. Der Preis für Bauland in der Gegend liegt um das Zehnfache höher. Der genaue Preis ist auch davon abhängig, ob ein Grundstück bereits erschlossen ist oder nicht. „Einen Sportplatz in der Gegend für einen Preis um zwei Millionen Euro zu kaufen wäre ohne verbindliche Zusagen ein enorm hohes unternehmerisches Risiko oder ein absehbares Verlustgeschäft“, so der Insider.

Ob mehr hinter dem Immobiliendeal steht und ob die Verwaltung an der Politik vorbei bereits weitreichende Zusagen gemacht hat, ist noch kein Thema für die Politik. Zunächst wollen SPD und CDU wissen, welche rechtlichen Vereinbarungen zur Nutzung des Sportplatzes bestehen und in welchem Umfang die Fläche derzeit genutzt wird oder genutzt werden kann. Eine Umwandlung zu einem Wohngebiet steht ebenfalls nicht auf der Tagesordnung. Dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden. Das geht nicht ohne die Politik-. Die zeigt sich in der Mehrheit ablehnend einig.zv