150421Tesla1Heimfeld – Als vergangenen Monat die Stromzapfsäulen von Tesla an der Heimfelder Straße auf dem Parkplatz des Privathotel Lindtners der Saft angedreht wurde,

dauerte es keine 15 Minuten, das stand das erste Elektrofahrzeug des amerikanischen Herstellers dort, um über einen der vier Supercharger die Batterie aus Lithium-Ionen-Zellen aufzuladen. Seitdem reißt der Strom der Elektroautos nicht. Täglich kommen zahlreiche der vor allem in Skandinavien, aber auch in den Niederlanden gut verbreiteten Fahrzeuge, um dort aufzuladen.

Für das Privathotel Lindtner ist die Aufstellung der vier Supercharger-Zapfsäulen, die die Batterien der Elektroautos in einer halben Stunde aufladen, ein Coup. Es ist europaweit das erste Hotel, an dem es diesen Service gibt, der zusätzliche Kunden vor allem der Gastronomie bringt. Für Tesla ist das Hotel ein idealer Standort nahe der A7, der Route die viele Skandinavier mit den Fahrzeugen, die eine Reichweite von deutlich über 400 Kilometer haben, benutzen.

Am Dienstag waren auch viele Autos aus Deutschland dort. Tesla hatte zu einer Tour quer durch die Republik mit Zielort München geladen. Für die Elektrofahrzeuge, von denen laut Tesla-Deutschland-Chef Philipp Schröder im März 211 Fahrzeuge zugelassen wurde, ist das kein Problem. Das Lindtner in Heimfeld ist eine von rund 40 Schnell-Ladestationen in Deutschland. Die Fahrer des Models S sind begeistern, fast euphorisch. „Seit ich den Tesla habe, steht mein Porsche fast nur in der Garage“, sagt einer der Fahrer, der dabei nicht nur an seinen guten grünen Kern, sondern auch an Fahrspaß denkt. Elektroautos sind, weil sie kein Getriebe haben und von Anfang an volle Leistung bringen, echte „Raketen“. In 3,3 Sekunden beschleunigt das Model S von 0 auf 100. Damit liegt die Limousine gleichauf mit dem Ferrari 458 Italia, hat aber im Gegensatz zu dem Sportwagen Platz für die ganze Familie und zwei Kofferräume, weil der Motor nicht unter der Haube, sondern in zweifacher Ausführung direkt auf den beiden Achsen sitzt.

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Die Supercharger-Anlage am Privathotel Lindtner. Foto: zv

Zurück zum Lindtner. Dort hat die Einrichtung der Supercharger-Ladestation weniger mit sportlichen Höchstleistungen der Fahrzeuge zu tun. „Es passt zu unserem Haus“, sagt Hotel-Chefin Heida Lindtner. Das Privathotel setzt viel menschliche Energie ein, um elektrische und chemische Energie zu sparen. Bereits vor Jahren wurde ein eigenes Blockheizkraftwerk gebaut. Das die Lichtanlage im Lindtner bereits zum Großteil aus LED-Beleuchtung besteht, gehört ebenso dazu wie die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs. Die Kälteanlage bekommt eine Rückgewinnung. Induktionsherde in der Küche gibt es bereits länger. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Kasse. Mit zehn Prozent Einsparung bei den Energiekosten rechnet Ulf Huwald, Direktor im Lindtner. „Das ist nicht unerheblich bei der Größenordnung unseres Hauses“, so Huwald. Zudem ist eine ökologische Ausrichtung auch ein Wettbewerbsvorteil. „Gerade für ein Hotel und die Gastronomie ist es ganz wichtig, weil viele Hamburger Betriebe auch verlangen, dass ein Haus ökologisch geführt wird und viele große Unternehmen haben sich entschieden ihre Kongresse und Tagungen nur in einem Haus abzuhalten, dass die Umwelt schont“, sagt Heida Lindtner.

Die vier Tesla Superzapfsäulen, mit denen ausschließlich Fahrzeuge der Marke Tesla „besaftet“ werden können, bekommen bald Zuwachs. Auch eine Zapfsäule für andere Elektrofahrzeuge wird es bald am Lindtner geben. zv