150202SparkasseHarburg – Die historisch niedrigen Zinsen bescheren Sparern nicht nur eine minimale Rendite. Auch die Geldhäuser müssen zusehen, wie sie ihren Ertrag sichern.

Der Sparkasse Harburg-Buxtehude ist das gelungen. Auf der Bilanzpressekonferenz zogen am Montag Heinz Lüers und seine Vorstandskollegen Frank Jäschke, Andreas Sommer und Gerhard Oestreich ein für die Sparkasse positives Fazit für das Jahr 2014. „Die Bilanzsumme hat sich um 3,34 Prozent auf 3,46 Milliarden Euro  erhöht“, sagt Lüers. Der Jahresüberschuss beträgt 7,5 Millionen Euro. Beim Kundenkreditbestand ist nach einer Steigerung von 150 Millionen Euro erstmals die Schallgrenze von 3 Milliarden Euro durchbrochen worden. „Das ist für unser Haus ein historischer Meilenstein“, so sein Vorstandskollege Jäschke.

Ein wichtiger Baustein für den erfolg ist das Immobiliengeschäft. Bauträger und Investoren sorgten für ein Kreditwachstum von 84 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 15 Prozent. Für private Wohnungsfinanzierungen wurde das Kreditwachstum mit 15 Millionen Euro angegeben.  Die Summen wären vermutlich noch höher, wenn nicht viele Kreditnehmer, die über Eigenkapital verfügen, wegen den niedrigen Zinserträgen das Geld lieber zur Nutzung von Krediten verwenden.

Stark ist die Sparkasse Harburg-Buxtehude im Segment Neubau. Vergangenes Jahr konnten knapp 300 Immobilien aus dem Bereich vermittelt werden. Umsatz: 51 Millionen Euro. Die Grundstücksentwicklungsgesellschaft der Sparkasse Harburg-Buxtehude verkauft zudem zahlreiche Grundstücke. Auffallend: Sie liegen ausschließlich im Landkreis. In Harburg selbst kommt die Sparkasse nicht zum Zug. Das liege an der Ausrichtung Hamburgs. Die Stadt hält es für besser, wenn man sich selbst als Entwickler versucht oder es stadtnahe Unternehmen wie die Reste der IBA machen lässt, die die riesigen Baugebiete in Neugraben-Fischbek entwickeln soll.

Gut läuft es auch mit den Konsumentenkrediten, die für Renovierung, Auto und die Erfüllung von Wünschen aufgenommen werden. 2014 wurde Kredite über 17,7 Millionen in diesem Bereich abgeschlossen. Das ist eine Steigerung von 6 Millionen Euro. Privatleute nutzen offenbar die niedrigen Zinsen, um hier zuzuschlagen.

Weniger gut läuft das Wertpapiergeschäft. Der Umsatz ist zwar leicht auf 341 Millionen Euro gestiegen. Er erreichte aber nicht ansatzweise den der Vorjahre. Vermutlich schrecken die hohen Kurse Einsteiger aus dem privaten Bereich ab.

Ausgezahlt hat sich nach eigener Einschätzung für die Sparkasse Harburg-Buxtehude, die ein Netz von 48 Filialen, 22 davon als reine SB-Filialen, betreibt, das hohe Engagement am Kunden. Dazu ist geplant den boomenden Internet-Bereich zu erweitern. Gedacht ist beispielsweise an Videokonferenzen, bei dem ein Berater einen Fachmann aus einer anderen Geschäftsstelle zum Kundengespräch hinzuzieht. „Wir müssen dort sein, wo unsere Kunden sind“, sagt Sommer, der als Vorstand für das Privatkundengeschäft zuständig ist. „Daher haben wir im vergangenen Jahr jede Filiale um mindestens einen Vermögensberater verstärkt.“ „Niedrig verzinste Sparguthaben schmelzen bei höherer Inflation hinweg“, sagt Lüers zur jetzigen Situation. Das das Zinsniveau deutlich angehoben wird, sieht er, wie fast alle Experten, für die kommenden Jahre nicht. Lüers: „Unsere Aufgabe ist es, mögliche Alternativen aufzuzeigen, die zur Risikobereitschaft des jeweiligen Kunden passen.“ zv

Veröffentlicht 2. Februar 2015