150116Wersich1Harburg – „Frühstück mit Dietrich Wersich“: Der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden hatte extra ein neues Veranstaltungsformat erfunden,

um „den Mann von den Plakaten“ endlich einmal näher kennen zu lernen. Dazu hatte der Verein Mitglieder seiner Arbeitgruppen ins Hotel Lindtner eingeladen, die die Vision „Harburg 2020/2050“ bei regelmäßigen Arbeitstreffen mit Leben erfüllen.

Vorstand Jochen Winand bat den CDU-Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl am 15. Februar allerdings gleich, keine Wahlkampfrede zu halten. Wersich bestellte sich ein Extra-Kännchen Tee, probierte das Müsli und hielt sich zunächst nicht so ganz an Winands Bitte. Eine ordentliche Portion Wahlkampf zum Frühstück war das schon, 150116Wersich2nach wenigen Minuten wurde es doch noch interessant. Wersich antwortete auf Fragen aus der Runde und wurde konkreter. Dabei arbeitete er immer wieder einen – seiner Meinung nach wesentlichen – Unterschied zwischen einem SPD- und einem CDU-Senat heraus. „Fragen Sie die Initiativen.  Oder fragen Sie die Wirtschaft.  Wer eine gute Idee hat, geht damit zu den Fachbehörden, in der Hoffnung auf Unterstützung“, sagte Wersich. Bei einem CDU-Senat gebe es Unterstützung, wenn die Idee gut ist. Bei einem SPD-Senat stoße man grundsätzlich auf Ablehnung. Mit der Begründung: „Wir haben unsere eigenen Konzepte.“ Diese Erfahrung konnte „Kinderforscherin“ Gesine Liese, die Schüler für Mathematik und Naturwissenschaften begeistert, nur bestätigen.

Bei einer provokativ gestellten Frage von Dr. Julio Aspiazu, Geschäftsführer der pirAMide Informatik GmbH im hit-technopark, demonstrierte Wersich, dass er eben kein Polarisierer und Hardliner wie Kurzzeit-CDU-Bürgermeister Christoph Ahlhaus ist. Aspiazu fragte Wersich, wie er dafür sorgen will, dass Ausländer das Gastrecht nicht missbrauchen und sich an „unsere“ Gesetze halten. Aspiazu fügte hinzu: „Ich darf solche Fragen stellen. Das ist keine Ausländerfeindlichkeit. Ich bin selbst Ausländer, ich komme aus Bolivien.“

Wersich betonte, dass die vielen Flüchtlinge, die jetzt in der ganzen Stadt untergebracht werden und in der Bevölkerung auch Ängste auslösen, sicher am seltensten kriminell werden. Das Problem seien eher Migranten, die hier geboren sind und auch einen deutschen Pass haben. Wersich: „Ich warne aber vor pauschalen Verdächtigungen. Hamburg ist traditionell eine internationale Stadt, darauf basiert unser Wohlstand: Und das sollten wir nicht gefährden.“