MoorburgHarburg – Viel Lärm um nichts? Oder der Versuch, das Elbdorf Moorburg „über Bande“ so zu verändern, dass selbst die Alteingesessenen ernsthaft überlegen könnten,

woanders hinzuziehen? Selbst der Moorburger Rainer Böhrnsen, der im Kampf gegen die Hafenerweiterung alle Tricks der Verwaltung kennt und durchschaut, ist sich nicht ganz sicher, wie er die Senatsdrucksache 20/13587 „Übertragung von Wohnimmobilien des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen an die städtische SAGA Siedlungs-Aktiengesellschaft Hamburg“ einschätzen soll.
Eins ist für Böhrnsen allerdings klar: „Für Moorburg ist dies Vorhaben von erheblicher Brisanz.“ Es lasse zudem eine Menge wichtiger Fragen offen. Immerhin liegen 160 der rund 340 städtischen Grundstücke mit Wohnbebauung, die für insgesamt rund 105 Millionen Euro von der LIG ins Eigentum der SAGA wechseln sollen, in Moorburg. Also im Hafenerweiterungsgebiet. Und da macht ein Passus besonders stutzig: „Für die ... in der Anlage aufgeführten Grundstücke und Gebäude in Moorburg, die unter das Hafenentwicklungsgesetz fallen, werden Erbbaurechte für einen Zeitraum von 75 Jahren bestellt und mit einem entsprechenden Einmalentgelt vergütet.“ An anderer Stelle heißt es noch,  dass die SAGA auf den rund 340 Grundstücken bis zu 260 öffentlich geförderte Wohnungen bauen kann.
Nach Ansicht von Böhrnsen hat der Senat eindeutig Moorburg im Visier. Auf Grund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht er schon eine Reihe von Billighäusern mit mehreren Wohnungen auf hinteren Grundstücksteilen – als Pachtland für 75 Jahre vergeben –  entstehen. Was das für die gewachsenen Strukturen in dem alten Elbdorf bedeute, sei klar. Wie das alles rechtlich geregelt werden soll, ist Böhrnsen ein Rätsel. Eine verdichtete Bauweise sei nur mit einem Bebauungsplan möglich, auch im Hafenerweiterungsgebiet. Das habe der Senat vor einigen Jahren noch einmal bestätigt.
Der Großteil der anderen Grundstücke liegt in Neuenfelde. Sie waren vor Jahren wegen der anstehenden Verlängerung der Airbus-Startbahn aufgekauft worden. Jetzt sollen dort 70 neue Wohnungen entstehen. Der Rest der Grundstücke ist im ganzen Bezirk verstreut, allerdings handelt es sich immer nur um kleinere Flächen wie Zehntland 18 und 20. Großflächiger öffentlich geförderter Wohnungsbau dürfte dort nicht möglich sein. ag