141111Leerstand14Harburg – Etwa ein halbes Jahr arbeitet Norbert Radszat als Experte für Vermietung bereits vor sich hin, um jetzt im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

im Rahmen einer nicht endende wollende Selbstdarstellung des BID Lü das Ergebnis präsentieren zu können. Stolz berichtete er davon, dass es gelungen sei einen Vodafone-Store für die Fußgängerzone zu gewinnen. Die Ausschussmitglieder durften sich verarscht fühlen. Denn vielen kommt der Erfolg eher wie ein Umzug vor. Nur ein paar Meter weiter wurde ein Vodafone-Laden gerade dicht gemacht. Ansich wäre das auch kein echter Verlust gewesen. Handyläden, auch wenn die Neueröffnung ein echter „Flag-Store“ sein soll, sind keine Seltenheit die in der „Lü“. Allein zwischen dem Harburger Ring Richtung Karstadt und dem neu eröffneten Spielplatz gibt es vier Konkurrenten. Zudem könnte es auch am Makler-Sprech liegen, mit dem die District-Manager ihre Tätigkeit verkaufen, dass die Bezirksabgeordneten und die Leute vom Business Improvement District wohl nie richtige Freunde werden.

Aber lassen wir das BID selbst ein Fazit ziehen. Auf der letzten Seite ihrer Powerpoint-Präsentation war zu lesen: „Um die Innenstadt Harburgs wieder auf die Landkarte der Kunden und des141111Leerstand10141111Leerstand11 Einzelhandels zu bringen, erfolgt seit 2009 im Zusammenspiel von BID Lü, Citymanagement Harburg, Handelskammer, Politik, Verwaltung und weiteren Partner ein steter Aufwertungsprozess.“ Und: „Wir haben das Potenzial für die Zukunft. Wir haben eine (echte) und gewachsene Urbanität. Wir haben Stadt / Himmel / Erlebnis /Tradition. Wir sind täglich gelebte und gesuchte Toplage, aber nur in Teilen heute schon so wahrgenommen. Unsere Parkhäuser sind heute schon um „Viertel nach 10“ voll. Zentralität.“

Das Potenzial sieht jeder. Bei einem spontanen Rundgang stieß harburg-aktuell.de auf 19! Ladenflächen im Innenstadtbereich innerhalb und außerhalb des Bereich des BID Lü, die augenscheinlich neu belegt werden könnten. Einige davon haben bereits lange keine Ladeneinrichtung mehr gesehen. Andere stehen nach „Neuansiedlungen“ wieder leer. Auf den großen Schlag, der Vermietung von fünf Läden zu einem Zeitpunkt, um ein fühlbares Umsteuern zu erreichen, wartet man gespannt.

Peter C. Kowalsky bescheinigt dem BID dennoch einen erfolgreichen Kampf gegen Leerstände in der Lü. 2009 zu Beginn des ersten BID hätten 16 Prozent der Läden leer gestanden. Diese Quote sei dann auf 9 Prozent reduziert worden. 141111Leerstand9141111Leerstand8Als die Pläne zur Erweiterung des Phoenix-Centers bekannt wurden, sei der Leerstand auf 23 Prozent angestiegen. Inzwischen konnte das BID dies aber wieder auf 11 Prozent verringern. Auf Nachfrage sagt Kowalsky, die Prozentzahlen bezögen sich auf die Zahl der Läden, nicht auf die Gesamtverkaufsfläche in der Lü. An anderer Stelle entstand der Eindruck, dass die Leute vom BID wohl doch nicht immer so ganz auf der Höhe sind. Zum Durchführungsvertrag, der anlässlich der Erweiterung des Phoenix-Center mit der Projektgruppe zur „Förderung und Verbesserung des Branchenmix in der Lüneburger Straße" vereinbart wurde, sagte Kowalsky: „Man hat uns den Vertrag noch nicht vorgelegt.“ Das wäre auch nicht nötig. Der SPD-Bezirksabgeordnete Torsten Fuß verwies auf das Transparenzportal der Hamburger Verwaltung. Dort ist der Vertrag seit dem 4. November eingestellt und für jedermann zugänglich. ag/zv