Beachclub2Harburg – Offenbar gibt es mehrere Interessenten für das „Sahnegrundstück“ am Veritaskai, auf dem zurzeit Heiko Hornbacher mit seinem beliebten Veritas Beachclub residiert.

Das hat Baudezernent Jörg Penner gegenüber harburg-aktuell.de bestätigt. Er ließ allerdings offen, wie viele Angebote der Finanzbehörde vorliegen und ob alle überhaupt berücksichtigt werden. Wie berichtet soll das Grundstück an einen Interessenten verkauft werden, der auf dem Areal ein Hotel oder ein Bürohaus mit bis zu 16 Stockwerken bauen will.

Doch es gibt auch etliche Freunde des Beachclubs, die das verhindern wollen. Sie haben ein Bürgerbegehren gestartet, mit dem der Beachclub am jetzigen Standort erhalten bleibt. Dann müsste allerdings geklärt werden, wie die Stadt die mehr als zehn Millionen Euro einspielen kann, die Mitte der 90er-Jahre die Verlagerung des Schrottplatzes an gleicher Stelle gekostet hatte.

In der Begleitgruppe zur Binnenhafenentwicklung hat sich Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter dezidiert zu diesem städtebaulichen Konflikt geäußert. Er schickte voraus, dass es „eine finanziell komplizierte Geschichte“ sei. „Man muss in Harburg aber immer wieder die Vorgeschichte in Erinnerung rufen, sagte Walter.  „Wenn die Kosten für die Verlagerung des Schrottplatzes jetzt plötzlich keine Rolle mehr spielen sollen, wird dadurch auch die langfristige Verlässlichkeit der Stadt in Frage gestellt. Kein Mensch würde sich künftig auf so etwas einlassen, wenn wir auf einmal die Vereinbarungen von vor zehn Jahren oder mehr ignorieren.“  Er erinnerte daran, dass die Verlagerung des Schrottplatzes eine wichtige Vorleistung für die positive Entwicklung des Binnenhafens gewesen sei. Mit dem Schrottplatz hätte es bestimmt keinen „so tollen“ Beachclub an dieser Stelle gegeben.

Auch städtebaulich hält er einen Bau mit 16 Etagen an dieser Stelle weiterhin für eine gute Idee. Walter: „Das ist in der Tat ein besonderer Standort.“ Wenn man sich Harburg mit dem Schiff nähere und  sich das Schleusentor öffne, falle der Blick zuerst auf dieses Gebäude. Das gilt auch für das Einfallstor Neuländer Straße. Allein deshalb werde er beim Bau dieses Hauses hohe architektonische Qualität einfordern. Walter: „Ich ein großer Freund von hohen schlanken Türmen.“ Das sei nicht ganz einfach, denn ein Turm wirke nur dann schlank, wenn er maximal 700 Quadratmeter pro Geschoss aufweise. Für Kaufleute seien aber 1000 Quadratmeter pro Geschoss schon die kritische Grenze, darunter rechne sich der Bau kaum noch. Beim Channel Tower mit seiner ansteigenden Form sei dies äußerst geschickt gelöst.

Die Stadtplanerin Birgit Caumanns schlug vor, das Hotelprojekt so lange aufzuschieben, bis der Beachclub voraussichtlich 2017 oder später an seinen endgültigen Standort am Treidelweg (wo vorher noch die Kaimauern saniert werden müssen) wechseln kann. Walter hält davon nicht viel: „Wir versuchen seit mehr als einem Jahrzehnt, für dieses Grundstück eine Lösung zu finden. Versuche hat es mehrfach gegeben. Wenn jetzt ein Investor auftaucht und bauen will, sollten wir uns die Chance nicht entgehen lassen.“ ag