140619DemoHarburg –  Vibracoustic, Phoenix, Carlisle oder IAC – alles Firmen in Harburg, in denen Kautschuk verarbeitet wird. Ihre Beschäftigten warten gespannt auf den kommenden Dienstag,

denn dann beginnt die nächste Runde der Tarifverhandlungen. Bisher haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt, die IG BCE fordert 5,5 Prozent mehr Lohn.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatte die Gewerkschaft für gestern, also dem Tag des großen Ausmarsches der Harburger Schützengilde, auch zu einem Ausmarsch eingeladen. Der „Tarif-Walk“ führte von der Firma Vibracoustic in der Hörstener Straße über die Phoenix bis in die Nöldeckestraße zu Carlisle und IAC. Auch das Harburger Traditionsunternehmen New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, das jetzt in Lüneburg ansässig ist, und das Wilhelmsburger Unternehmen Merkel-Freudenberger hatte Delegationen geschickt.

Marc Welters, Verhandlungsführer der IG BCE: „Gute Ergebnisse der Vergangenheit und gute bis sehr gute Aussichten in der Zukunft rechtfertigen einen deutlichen Einkommenszuwachs.“ Die Gewerkschaft will allerdings mehr: Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Außerdem will die Gewerkschaft den „Demografie-Tarifvertrag“ ausbauen, um ältere Arbeitnehmer weiter zu entlasten. Auch die Übernahme von Auszubildenden ist Teil der Tarifverhandlungen. „Die jungen Leute brauchen faire, tragfähige Perspektiven. Bislang ohne Übernahmeregelungen scheint die deutsche Kautschukindustrie ein Dinosaurier der Tariflandschaft zu sein“, sagt Welters. ag