140523AbrissHarburg – Dass da was im Busch ist, wissen die Nachbarn der alten Behelfsheime am Zehntland schon lange. Und sie meinen nicht nur die Ratten, die sich rund um

das marode Gemäuer, Baujahr 1928, breit gemacht haben. Schon Anfang des Jahres sollte mit dem Abriss begonnen werden, dafür wollte die Deutsche Reihenhaus AG 24 Reihenhäuser  des Typs „Lebensfreude“ mit 81 Quadratmetern Wohnfläche und 18 des Typs „Familienglück“ mit 141 Quadratmetern errichten.

Anfang des Jahres kam ein Bagger, rodete ein paar Bäume, riss Büsche heraus und zerlegte ruckzuck Geräteschuppen und Anbauten. Danach waren nur noch die Ratten aktiv und – wie eine Anwohnerin berichtet – ein „verheiratetes Liebespaar, dessen Partner jeweils nichts ahnend zu Hause saßen und warteten“.

Mit dem Bau der Reihenhäuser sollte längst begonnen werden. Aber irgendetwas hakt dort ganz gewaltig. Von offizieller Seite ist nichts zu erfahren, harburg-aktuell.de erfuhr allerdings, dass die Reihenhaus AG eine notwendige Bodenuntersuchung nicht rechtzeitig in Auftrag gegeben haben soll. Das soll ein Grund für die Verzögerungen gewesen sein. Außerdem soll es zwischen dem früheren Eigentümer des Behelfsheims, der Saga GWG, und der Reihenhaus AG Zoff wegen  eines Grundstückstreifens zwischen den Straßen Zehntland und Flutende geben.

Die Anwohner sind genervt. Jahrelang hatten sie auf den Abriss der lange fast komplett leer stehenden Behelfsheime gewartet. Sie hofften auf Neubauten und neue Nachbarn, damit sich die Verhältnisse in der Siedlung Wetternstraße samt der Unterkunft für mehr als 170 allein stehende Flüchtlinge, Wohnungslose und ehemalige Strafgefangene stabilisieren. 

Sie klagten ihr Leid immer wieder den Bezirkspolitikern. Jetzt hat sich die CDU-Abgeordnete Helga Stöver eingeschaltet. Mit ihren Informationen hat ihre Tochter, die Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver, eine Kleine Anfrage an den Senat eingereicht. Sie will unter anderem wissen, ob die Saga GWG die Grundstücke wirklich an die Deutsche Reihenhaus AG verkauft hat. „Offensichtlich hängt die Baugenehmigung von dem immer noch fehlenden Erschließungsantrag ab“, sagt Birgit Stöver. „Dort gibt es wohl Unklarheiten, und die wurden von der Saga GWG verursacht.“

Schließlich will Birgit Stöver erfahren, ob es irgendwelche Auflagen für die Belegung der Reihenhäuser gibt. Und wenn ja: Sind diese gegenüber der Anwohnerschaft sozial vertretbar?

Helga Stöver kann das alles nicht nachvollziehen: „Es ist unverständlich, dass es hier bisher keine Einigung für eine Regelung gegeben hat und warum die Verwaltung  ein Versteckspiel betreibt.“  ag