Beachclub2Harburg – Freitag, 20. Juni, 12 Uhr: High Noon am Veritaskai! Investoren, die das knapp 6000 Quadratmeter große Sahnegrundstück im Harburger Binnenhafen kaufen

wollen, müssen spätestens zu diesem Termin beim Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) ein Angebot vorlegen. Doch damit nicht genug: Ihre Unterlagen müssen auch Angaben zum Nutzungskonzept und zu den Nutzern, zu möglichen Partnern, zum Bauvorhaben, über „eingepreiste grundstücksbedingte Mehrkosten“, einen Finanzierungsnachweis und ein Konzept, das „den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht und den städtebaulichen Aspekten, dem Quartier sowie den stadtwirtschaftlichen Effekten Rechnung trägt“, enthalten.

Das alles ist nachzulesen im Immobilienangebot „Hotel-/Bürogrundstück am Veritaskai im Harburger Binnenhafen“ des Landesbetriebs. Und dort steht auch noch einmal ganz deutlich, was die Stadt von einem Investor erwartet: „Die Fläche soll im Zusammenhang mit benachbarten Grundstücken im Bereich Kanalplatz/Veritaskai zu einem Gesamtbild mit einem städtebaulich gewolltem Hochpunkt geführt werden.“

Jetzt wird es also ernst für den Veritas Beachclub. Nach rund zehn Jahren soll Gastronom Heiko Hornbacher nach dem Sommer seine Sachen packen und Palmen, Bar und Strandkörbe woanders aufbauen – möglicherweise ein paar hundert Meter weiter westlich zwischen Hochspannungs-Düker und alter Fischhalle. Dass Hornbacher das alles nicht gefällt, ist nachzuvollziehen. Immerhin ging er 2005 ein ziemliches Risiko ein. War Harburg schon bereit für ein Stück lässige Urbanität, die sich drüben an der Hamburger Hafenkante längst breit gemacht hatte?

Dass ein Beachclub in Harburg kein Selbstgänger sein musste, bekam „Mister Binnenhafen“ Arne Weber mit seinem „Channel Strand“ im Westlichen Bahnhofskanal zu spüren. Obwohl er 14 Tage vor Hornbacher am Start war, ging er mit seinem Schwimmponton doch recht bald baden. Dafür wurde der Veritas Beachclub ein Renner – irgendwann blickten sogar die Hamburger neidisch nach Harburg (wann hat es das schon einmal gegeben?) und das Bezirksamt warb stolz mit bunten Bildchen von Hornbachers Oase für den tollen Freizeitwert von Harburg.

Klar, auch die Gäste des Beachclubs wollen nicht umziehen. Jetzt wollen sie sogar ein Bürgerbegehren starten. Eines ihrer Hauptargumente für den jetzigen Standort: Ein 16stöckiger Hotelturm zerstöre die „letzte Sichtachse“ zum Lotsekanal, mit anderen Worten: Er verstelle den Blick auf Harburgs schöne Wasserseite. So ganz stimmt das allerdings nicht. Der Blick wird schon vorher verbaut, durch das Brückenquartier von Lorenz + Partner. Das höchste Gebäude wird bis zu sechs Stockwerke in die Höhe schießen, da gibt es keine schöne Aussicht mehr.

Es bliebe nur der Blick von der Theodor-Yorck-Straße aufs Wasser. Aber damit wäre es auch vorbei, wenn das Hotel kommt. In Verlängerung der Straße würde zwar nicht der  Hotelturm stehen, immerhin aber ein bis zu elf Meter hohes Gebäude.

Das größte Hindernis für eine Zehn-Jahres-Feier des Beachclubs am aktuellen Standort dürfte aber ein paar Dokumente sein, nach denen das Bezirksamt vorsorglich schon mal geforscht und sie auch gefunden hat. Das hat Baudezernent Jörg Penner gegenüber harburg-aktuell bestätigt. Dort ist festgeschrieben, dass mit dem Verkauf des Grundstücks auch der Umzug des Schrottplatzes refinanziert werden muss, der sich Anfang der 90er-Jahre am Veritaskai mit der Verwertung alter DDR-Industrienanlagen eine goldene Nase verdient hatte.

Freitag, 20. Juni, 12 Uhr ist der Landesbetrieb schlauer, ein paar Wochen später auch Hornbacher und seine Gäste. ag