140314QuarreeHarburg – Ist das 200-Millioen-Euro-Projekt Neuländer Quarrée ein Luftschloss? Oder werden an der Neuländer Straße Ecke Hannoversche Straße tatsächlich nach und nach

ein Hotel, Büros, Geschäfte, ein Technologiepark und auch Wohnungen entstehen? Zurzeit wird nur über Wohnungen geredet – ihr Bau verspricht den Investoren in der Regel auch eine schnelle Rendite.

Dabei sind Wohnungen an einer der lautesten Ecken Harburgs nicht gerade der leichteste Part des ehrgeizigen Großprojekts. Was ist an der vielbefahrenen Quasi-Hafenquerspange Neuländer Straße und an der Nord-Süd-Eisenbahnmagistrale überhaupt möglich? Eigentlich gar nichts, denn der Bebauungsplan Harburg 62 schließt Wohnbebauung an dieser Stelle ausdrücklich aus.

Der „Vertrag für Hamburg“, in dem sich die Bezirke gegenüber dem Senat verpflichten, in jedem Jahr den Bau einer bestimmten Zahl von Wohnungen zu genehmigen, macht zurzeit alles möglich – auch den Wohnungsbau in Gebieten, in denen ihn Politiker zuvor ausdrücklich (!) ausgeschlossen haben. Also ist gerechnet, geschoben und auch getrickst worden. Wie viele Wohnungen dabei herauskommen werden, ist noch nicht ganz klar. Und so gibt es auch keine Zeichnungen der künftigen Anlage, selbst auf der Website fürs Neuländer Quarree bittet die P&S Gruppe um Nachsicht. „Überarbeitung wegen Planungskonkretisierung“ heißt es dort – seit Monaten.

Um  keine Zeit zu verlieren, ist die notwendige Textänderung des Bebauungsplans jetzt im Stadtplanungsausschuss noch rechtzeitig vor Ende der Legislatur und vor möglicherweise anderen Mehrheitsverhältnissen in der Bezirksversammlung durchgeboxt worden – lediglich mit den Stimmen von SPD und FDP. CDU, Grüne und die Linke waren dagegen. Stimmt die Bezirksversammlung dieser Empfehlung zu, dürfen Wohnungen gebaut werden. ag