131123HerrenabendHeimfeld – Es war die richtige Aufforderung, die Jochen Winand beim Herrenabend des Wirtschaftsvereins an Gastredner Olaf Scholz, der nicht nur Hamburgs

Erster Bürgermeister, sondern eines der Schwergewichte bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin ist, über die Lippen brachte.

Er hätte gern ein paar Hinweise, wie es läuft. „Wir sind ja quasi unter uns“, sagte Winand vor den 400 Gästen im vollen Saal.

Scholz kam dieser Aufforderung gern nach. Seine Kernaussage: „Am Ende werden wir es hinkriegen.“ Dabei präsentierte er sich in seinen Ausführungen zu den Verhandlungen zu einer großen Koalition, es sind die dritten der deutschen Nachkriegsgeschichte, als an Ergebnissen orientierter Macher, der über den parteiinternen Tellerrand hinaus blickt, um Lösungen zu finden.

Er will für eine große Koalition eine „gute Bilanz in der Sache“. Dazu muss man wissen: Scholz sitzt bei den Koalitionsverhandlungen in dem Team, das die Papiere der aller Arbeitsgruppen auf den Tisch bekommt. „Die Wünsche sind unermesslich. Die Realitäten unerbittlich“, sagt Scholz.

Da klingt die Ankündigung für die Sanierung der A7 zwischen Moorburg und dem Elbtunnel fast noch harmlos. „Das wird unvermeidlich Einschränkungen mit sich bringen“, sagt er. „Aber wir können ja nicht sanieren ohne zu sanieren.“ Klingt logisch. Die Zuhörer sind beeindruckt. Gefühlte Wahrheiten kommen an. Auch wenn sie unangenehm sind. Zweifacher Zwischenapplaus.

Das war die Kür. Die anschließend geplante Rede, abgelesen, war die Pflicht. Zum Schluss spricht Scholz noch mal ohne Manuskript. Wieder Kür. Bilanz: Punktgewinn für Scholz. Auch weil viele glaubten: Der kommt nicht, sondern sitzt in Berlin fest. zv