130611KuehlturmMoorburg – Aus der Luft sind die Ausmaße des Kraftwerks Moorburg besonders eindrucksvoll. Spektakulär ist der Blick in den über 60 Meter hohen Hybridkühlturm.

Wie Finger recken sich Abluftkanäle in seinem Inneren zur Mitte. Das Kraftwerk ist fast fertig. Der Großteil der für den Kraftwerksbau eingeplanten 2,6 Milliarden Euro sind verbaut.  Das Kohlekraftwerk Moorburg befindet sich in der Inbetriebnahmephase. Alle Bereiche des Kraftwerks werden getestet.

Bei Vattenfall geht man davon aus, dass noch in diesem Jahr die erste Netzschaltung erfolgt. Im Frühjahr 2014 wird das Kraftwerk sodann ans Netz gehen.

Im November 2007 hatten die Arbeiten zum Kraftwerksbau begonnen. Erst knapp 130611Kraftwerkein Jahr später gab die Behörde grünes Licht für die ausstehenden Genehmigungen.  Zwei Jahre später, Ende Oktober 2010 wurde Richtfest der beiden riesigen Kreiskohlelager gefeiert, deren Kuppeln übrigens eine Holzkonstruktion sind. Käme es zum Brand der dort gelagerten Kohle würden sich Stahlträger in der Hitze verformen.

 

Ende 2010 begann der Bau des Hybridkühlturms. Er musste gebaut werden, weil 130611Kraftwerk2verschärfte Bestimmungen sonst Einschränkungen des Kraftwerkbetriebes bedeutet hätten, nachdem klar war, dass eine durchgehende Kühlung des Kraftwerkes mit Elbwasser nicht mehr genehmigungsfähig ist.

An bis zu 250 Tagen im Jahr, so Befürchtungen von Experten, hätte das Kraftwerk nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Der Hybridkühlturm, der diese Lücke schließt, ist ein Energiefresser. Laut Greenpeace würden durch seinen Betrieb mindestens 51.000 Tonnen CO2 mehr pro Jahr für die zusätzliche Stromerzeugung anfallen.

 

Die Inbetriebnahme des Kraftwerks hatte sich verzögert, nachdem Anfang 2011 in den 130611Kuehlwasserbeiden riesigen Dampfkesseln Haarrisse an den Schweißnähten entdeckt wurden. Ursprünglich war geplant gewesen, dass der erste Kessel 2012 in Betrieb geht. zv