111026KaserneFischbek – Die Harburger CDU hat vorläufig ihren Frieden mit den Planungen für den Wohnungsbau auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne

geschlossen. Deshalb sei ein Bürgerbegehren zum jetzigen Zeitpunkt auch „unsinnig“,  sagt CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer. Seine Fraktion hatte sich zuvor noch einmal ausführlich von Vertretern der IBA Hamburg GmbH über deren neue Ideen für das Röttiger-Gelände informieren lassen.

Wie berichtet hat das IBA-Team seine Erfahrungen aus der Bauausstellung, deren Abschlusspräsentation seit zwei Wochen läuft, genutzt, um das Wohnquartier zwischen Naturschutzgebiet Fischbeker Heide und B73 ganz neu zu entwickeln.

Fischer: „Die wichtigste Erkenntnis: Die neuen  Pläne sind der endgültige Abschied vom Vorschlag der Planergruppe spine architects, bei der Gestaltung des Quartiers die alte militärische Nutzung aufzugreifen.“ Mit dieser Idee hatte spine architects die Juroren der Hamburger „Architektur Olympiade“ 2006 beeindruckt und war dafür immerhin mit einer „Empfehlung“ ausgezeichnet worden. Fischer: „Wir würden uns darauf beschränken, das alte Torhaus zu erhalten und auch mit einer Straße an den Namensgeber der Kaserne zu erinnern.“

Heute schon fast vergessen: Bei jener „Architektur Olympiade“ hatte der Entwurf der Rotterdamer Architektengruppe MVRDV sogar eine Goldmedaille gewonnen. Er sah eine fast schachbrettartige Aufteilung des gesamten Areals in kleine Parzellen vor, zwischendrin mit jeder Menge Straßen. Die Architekten lachten sich hinterher ins Fäustchen, hatten sie das Ganze doch eher als Persiflage auf moderne Städteplanung verstanden. Trotzdem hatten sie Harburgs Politiker so sehr beeindruckt, dass diese sich tatsächlich zunächst für die „Schachbrett-Planung“ entschieden.

Bald stellte sich aber heraus, dass diese Planung erhebliche Probleme – zum Beispiel überproportionale Erschließungskosten – mit sich bringen würde. Deshalb griffen die Politiker damals zum nächstbesten Entwurf, jenem von spine architects. Aber auch dieser ist längst Makulatur.

Die CDU kann sich also mit der IBA-Planung anfreunden, freut sich, dass die vorhandenen Bäume endlich als größtes Vermarktungsplus gesehen und deshalb jetzt bei der Suche nach Kampfmitteln stärker geschont werden und sie freut sich, dass die Erschließungsstraßen innerhalb des Quartiers verkürzt und die Entwässerungsflächen verkleinert werden. Handlungsbedarf sieht Fischer indes noch bei der Sportfläche. Bisher soll darauf verzichtet werden. „Die Gründe dafür sind nicht nachvollziehbar“, sagt Fischer. Angeblich will das IBA-Team noch einmal darüber nachdenken. ag