PhoenixcenterHDRHarburg - Der Drops ist noch nicht gelutscht: Auch wenn sich schon Ende 2012 eine große Mehrheit der Harburger Bezirksabgeordneten grundsätzlich

für eine moderate Erweiterung des Phoenix-Centers ausgeprochen hatte, muss die ECE weiter auf das offizielle Okay warten. „Die Entscheidung ist kompliziert“, sagt Muammer Kazanci (SPD), Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses. „Es geht vor allem darum, zu welchen substanziellen Zugeständnissen die ECE bereit ist.“

Von Anfang an war klar: Eine Vergrößerung der Verkaufsfläche von 26.500 auf 29.050 Quadratmeter (das sind netto etwa zusätzliche 15 Shops) gibt es für den Investor, die ECE, nicht zum Nulltarif. Wie schon bei der Eröffnung vor rund zehn Jahren soll die ECE erkennbar etwas tun, damit die restliche Harburger Innenstadt nicht völlig ausblutet. Dass das, was vor einem Jahrzehnt vereinbart worden war, nicht funktioniert hat, lässt sich täglich in der 1-Euro-Oase Lüneburger Straße besichtigen. Also müsste jetzt genauer hingesehen werden.

Zwei Hamburger Fachbehörden hatten sich deshalb auch durchaus kritisch geäußert. Sie sollten jetzt auf Antrag der FDP ihre Kritik im Stadtplanungsausschuss noch einmal verteidigen. Aber das wurde nur eine halbe Sache. Der Vertreter der Wirtschaftsbehörde hatte abgesagt. Wegen Krankheit. Seltsam, dass es in einer so großen Behörde in einer so wichtigen Angelegenheit keinen Ersatz gibt. Ob der Wirtschaftsbehörde klar ist, dass der Einzelhandelsstandort Harburg eine schnelle Entscheidung braucht? So lange nämlich nicht klar ist, ob im Phoenix-Center weitere 15 Läden an den Markt gehen, werden alle Interessenten ihre Pläne ruhen lassen.

Immerhin war ein Vertreter der Stadtentwicklungsbehörde da, seine Kritik klang diesmal schon weniger heftig. „Er hat die interessante Frage aufgeworfen, ob die Lüneburger Straße vielleicht auch ohne Phoenix-Center abgewirtschaftet hätte“, sagt Daniel Völkoi von den Grünen. ag