PhoenixcenterHDRHarburg - Bei Tagesordnungspunkt 5 war in der Bezirksversammlung von einer, dem Tod von Ronald Preuß angemessenen,  zurückhaltenden Gangart in den

Debatten nichts mehr zu spüren. In der Bezirksversammlung wurde geholzt wie eh und je!

Zunächst nahm sich Ober-Christdemokrat Ralf-Dieter Fischer den Harburger Ober-Liberalen Carsten Schuster vor. Der wettert schon seit Wochen gegen die geplante Erweiterung des Phoenix-Centers um 2550 Quadratmeter Verkaufsfläche und will nun erstens einen Vertreter der Handelskammer als Mitstreiter gegen ein gepimptes Center nach Harburg locken, zweitens will er auf weitere Gutachten zur Situation des Harburger Einzelhandels verzichten. Die gäbe es längst, man müsse deren Erkenntnisse nur einmal umsetzen.

Fischer wollte sich über Schusters Antrag köstlich amüsieren: „Reingefallen, Herr Schuster!“ Reingefallen auf eine Falschmeldung der Wirtschaftsbehörde, deren Staatsrat habe nämlich einfach Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz als Gegner der Center-Erweiterung angeführt, ohne mit diesem überhaupt gesprochen zu haben. Und auch der Widerstand der Fachbehörden sei ja wohl zu vernachlässigen, denn sonst würden Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses, Muammer Kazanci (beide SPD), zu Frühstücksdirektoren degradiert werden.

Schuster ließ sich von Fischers Kritik nicht einschüchtern und holzte, höflich verpackt, zurück: „Herr Fischer, wenn Sie bitte die Freundlichkeit hätten, ihr Brett vor dem Kopf abzunehmen! Dann könnten auch Sie Ihren Horizont erweitern.“ Die Frage, ob das Phoenix-Center erweitert werden dürfe, sei eine Grundsatzentscheidung. Und die werde sicher nicht nur in Harburg getroffen. Schuster versteht nicht, wieso man überhaupt über solche Pläne sprechen könne, wenn nicht einmal alle Bedingungen für die erste Baugenehmigung zum Phoenix-Center erfüllt worden seien – wie zum Beispiel eine attraktive Verknüpfung mit der Fußgängerzone.

Muammer Kazanci erinnerte Fischer und Schuster an die Vereinbarung im Ältestenrat, an diesem Tag mehr „Contenance“ zu zeigen: „Im Übrigen laufe bisher alles völlig normal, es werden lediglich die Argumente zusammengetragen. Ich verstehe nicht, warum man daraus so einen Popanz machen kann.“

Einen Teilerfolg konnte die FDP trotzdem verbuchen: Jetzt wird ein Vertreter der Handelskammer eingeladen, ob deren Position zum Phoenix-Center zu klären. Auf ein weiteres Gutachten, deren Kosten Phoenix-Investor ECE tragen müsste, soll aber nicht verzichtet werden. Darin soll geklärt werden, ob der Einzelhandel in der Harburger Innenstadt weitere 2550 Quadratmeter Verlaufsfläche im Phoenix-Center verkraften kann. Ein Schelm, der angesichts der geplanten Finanzierung des Gutachtens an ein altes Sprichwort denkt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing! ag