121127InnenstadtHarburg – Wenn es nach der Lenkungsgruppe des BID Lüneburger Straße geht, wird es eine Erweiterung des Phoenix-Centers nicht geben. In einem offenen Brief fordern die vier Sprecher Peter Weber, Sandra Pachmann Alvarez,

Klaus Jürgen Hübner und Dietrich Landahl die Bezirksversammlung auf, den Erweiterungsplänen der ECE nicht zuzustimmen.

Die Betreibergesellschaft will im Phoenix-Center die Verkaufsfläche von 26.500 Quadratmeter auf 29.050 Quadratmeter erhöhen. Dafür sollen im Untergeschoss rund 270 der 1600 Parkplätze wegfallen und etwa 15 neue Shop-Flächen entstehen. Entsprechende Pläne wurden dem Stadtplanungsausschuss vorgestellt.

Die Lenkungsgruppe wünscht sich eine Fokussierung der Entwicklung von Einzelhandelsflächen im „Herzen des Oberzentrums“, sprich im Bereich des BID Lüneburger Straße, in welchem 110 Grundeigentümer zusammengeschlossen sind. Seit 2004 leide man unter der Abwanderung der großen Filialisten in Phoenix-Center. Bereits gegangen sind Thalia, Christ und Tchibo. Douglas mache demnächst auch zu.

Schon die Ankündigung der Center-Erweiterung würde potentielle Mieter abschrecken sich in der Lüneburger Straße anzusiedeln. „Mit einer Ausweitung der Verkaufsflächen, egal welcher Größenordnung, verringern sich die Chancen für die Lüneburger Straße und andere Einzelhandelsquartiere, attraktive Filialisten anzusiedeln, zumal es nach wie vor keine funktionierende und attraktive Fußwegeverbindung zwischen dem Phoenix Center und der Lüneburger Straße gibt“, heißt es in dem offenen Brief. Fazit der Sprecher des BID: „Unser Appell an Sie geht daher dahin, die Erweiterung nicht zuzulassen, um eine weitere Schwächung der Harburger Innenstadt und ihrer traditionellen Einkaufslagen zu verhindern.“

ECE argumentiert mit der bereits oder in naher Zukunft verschärften Konkurrenzsituation im Umland, aber auch in Wilhelmsburg, welche eine Stärkung des Standortes Harburg nötig mache. Rund 35.000 Quadratmeter Ladenfläche sind oder werden im Einzugsbereich des Einkaufscenters entstehen. Dazu gehört die Buchholz Galerie mit 8500 Quadratmetern, die Erweiterung von Stackmann in Buxtehude um 2500 Quadratmeter oder dem Luna Center, das in Wilhelmsburg auf 6000 Quadratmetern entstehen soll.

Nicht angesprochen werden Probleme des „Herzen des Oberzentrums“, die nichts mit dem Phoenix-Center zu tun haben. Dazu gehören für Filialisten unattraktive Zuschnitte von Ladenflächen oder das durch Belegung, Leerstand und "Bausünden" geprägte Negativimage, das den Bereich rund um die Fußgängerzone mit prägt. Am Ende sind es mit dem BID und der ECE zwei handfeste Interessensgruppen, die ihre Sichtweisen darlegen.

Jetzt werden die Politiker entscheiden müsse, was für Harburg das Beste ist. zv