110805Centrumh1Harburg - Das Centrumhaus soll seinem Namen wieder gerecht werden. Das wollen Andreas Czwicklinski, Dirk Michalski und Frank Vollstedt, die vor gut sechs Jahren den Gebäudekomplex gekauft haben. Vor allem die Ladenzeile

soll deutlich aufgewertet werden. Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Durch das Rathausforum, in dem zentral alle Hamburger Behörden untergebracht werden sollen, wird die Lage neben dem Rathaus zu einer hoch frequentierten Gegend werden. Das Centrumhaus liegt genau zwischen dem Behördencenter und den Bushaltestellen und der S-Bahn am Ring.

Neben einer nach den Denkmalschutzvorgaben 110805Centrumh2neu gestalteten Fensterfront ist die Zusammenlegung von Läden geplant, um Gewerbeflächen von rund 100 Quadratmetern anbieten zu können. Dort sollen gewerbliche Mieter erstmalig längerfristige Mietverträge von mindestens zehn Jahren bekommen, damit sich auch für sie Investitionen lohnen. Die Möglichkeit besteht auch, weil mehrere Läden, wie die Buchhandlung Stein oder der Weinladen bereits aufgegeben haben und auch der Friseur Tietze, der bereits seit 1932 in dem von 1928 bis 1930 gebauten Gebäude Mieter ist, ebenfalls aus Altersgründen schließt. Bei den 44 Wohnungen, die wegen ihrer Größe von durchschnittlich 100 Quadratmetern vor allem von Familien bewohnt werden, und den drei Arztpraxen soll sich nichts verändern.

Die drei Eigentümer hatten 2004 das Gebäude in einem offenen Bieterverfahren erworben. Das Centrumhaus war davor von seiner Fertigstellung bis zum Verkauf im Besitz der Stadt gewesen. Den Investoren Mojen und Schmidt war während der zweijährigen Bauzeit, in die Wirtschaftskrise 1929 fiel, das Geld ausgegangen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Gebäude von der SAGA verwaltet worden.

Entworfen wurde das 110805Centrumh3Centrumhaus von dem Architekten Eugen Schnell, der auch das Gloria-Kino baute. Der ehemalige Leutnant, der nach seinem Einsatz an der Westfront das Ende des Ersten Weltkriegs in der Pionierkaserne auf dem Schwarzenberg erlebte und hier durch Heirat mit einer Tochter des damals am Sand befindlichen Schlachters Elend sesshaft wurde. Die Gebäude markieren eine neue architektonische Ära in Harburg, die der 1924 von den Stadtverordneten gewählte Oberbürgermeister Walter Dudeck favorisierte. Die klare Linienführung sollte den wilhelminischen Baustil, in dem noch das Rathaus entstanden war, ablösen. In der Ära entstanden auch die Friedrich-Ebert-Halle oder die Schwimmhalle am Rathausplatz, in dem heute die Hamburger Anzeigen und Nachrichten oder das Beraterhaus SchlarmannvonGeyso ihren Sitz haben. zv