110114müll Harburg - Versinkt Harburg im Müll? Wer in den vergangenen Tagen in der City unterwegs war, den muss diese Frage durch den Kopf geschossen sein. Als besondere Problemzonen zeigen sich die Seevepassage, das Phoenix- Viertel, die Fußgängerzone und der Rathausplatz. Trotz zahlreicher Mülleimer, sogar in roter Aufmerksamkeitsfarbe angestrichen, liegt Dreck und Müll auf Gehwegen und Grünflächen. Teilweise steigt ein ekelhafter Geruch in die Nasen der Harburger.

In der Seevepassage liegen Essensreste, alte Zeitungen und Verpackungsabfall. Auf dem Rathausplatz, eines der größten Sorgenkinder, hat ein Unbekannter Mc Donalds-Reste und Wodka Flaschen hinterlassen. Selbst vor einem Wahlplakat der GAL liegt alter Hausmüll.

"Die Situation ist alarmierend", findet auch City- Manager Matthias Heckmann, der eine Gesprächsrunde mit der Sicherheitskonferenz, dem BID, der Stadtreinigung und der Bezirksverwaltung für Ende Januar organisiert hat. Dann möchte er allen Parteien seinen Drei- Punkte- Plan präsentieren.

Dieser setzt sich aus der Aufklärung, dem Aufräumen und dem Ahnden zusammen. "Um Aufklärungsarbeit zu leisten könnte ich mir eine große Kampagne mit einer Postkartenaktion oder einer Kooperation mit Schulen vorstellen", so Heckmann. Außerdem hat er die Idee, einen zusätzlichen Aufräumdienst zu beauftragen der die Stadtreinigung bei der täglichen Arbeit unterstützt. "Eine Zusatzreinigung für ganz Harburg ist sicherlich zu teuer, die Flächen die am meisten frequentiert werden, könnten aber mit einem Reinigungsdienst belegt werden."

Wer die zusätzlichen Reinigungskräfte bezahlen soll, ließ der Citymanager zwar offen, meinte aber: "Das müsste man dann schauen. Prinzipiell denke ich aber das mit dem Bezirk, dem BID oder vielleicht Sponsoren Spielraum da wäre." Um einschätzen zu können, in welchem finanziellen Rahmen sich die Beschäftigung des Reinigungsdienstes abspielt, hat er unterschiedliche Angebote angefordert.

Die ganze Kampangne nützt aber auch nichts, wenn die Bürger nicht mitziehen, dass weiss auch Heckmann. "Wir brauchen die Unterstützung auf ganzer Ebene, dafür müssen wir die Bürger erreichen - im Sinne einer sauberen Innenstadt". Wenn Bürger aber den Weg zum Mülleimer nicht schaffen, muss man durchgreifen. In Heckmanns Konzept heisst es daher: "Ahnden". "Es tritt erst ein Umdenken ein, wenn es den Leuten an den Geldbeutel geht. Vielleicht wäre es möglich, dass der Ordnungsdienst, wie beim Fussball gelbe und rote Karten verteilt. Das Strafmaß und die Bußgelder müssen für Müllsünder notfalls erhöht werden."

Reinhard Fiedler, Sprecher der Stadtreinigung appelliert an die Verantwortung der Bürger: "Der Müll hat auch immer einen Absender." Reinhard sieht zwar auch, dass der momentane Zustand "nicht optimal" ist, meint aber, dass genügend Reinigungsmaßnahmen durchgeführt werden. "Der Bereich in der Seevepassage wird fünf mal pro Woche, morgens zwischen sechs und acht Uhr sauber gemacht. Mittags ist es wieder dreckig."

Und wie sieht es beispielsweise mit dem Phoenix Viertel aus? "Aufgrund der immensen Naturverschmutzung haben wir dort sogar einen Mitarbeiter dauerhaft beschäftigt, der sich um den Müll kümmert", so Fiedler.

Sollten Bürger über größere Müllhaufen stolpern, können sie diese über die extra eingerichtete Müll- Hotline 040/ 576 11 11 melden. (pw)