Stihl101220Harburg - Sein Besuch war angekündigt. Als Dr. Rüdiger Stihl die Werkshalle am Montagvormittag von "Jugend in Arbeit" betrat, schauten viele Mitarbeiter hoch, lächelten verlegen, ehe sie den Kopf wieder senkten. Immerhin war eben der Vorsitzende

des bekanntesten und größten Motorsägenherstellers "Stihl" an ihnen vorbei gegangen.

Die Reise aus Waiblingen bei Stuttgart in den Harburger Binnenhafen, trat er aber nicht allein an. Im Gepäck: Zwei niegelnagelneue Motorsägen. Vor einem alten Holzschiff, dass gerade restauriert wird, übergab er die beiden Sägen dem Vorstandsvositzenden von "Jugend in Arbeit", Winfried Schwehn: "Ich finde es ganz toll, was Sie hier bei Jugend in Arbeit machen und vorallem welches Konzept dahinter steckt. Da unterstütze ich Sie natürlich gerne."

Winfried Schween, zeigte sich begeistert und sagte: "Wir befinden uns mit Jugend in Arbeit in schwerer Seenot und da können wir eine solche Spende gut gebrauchen." Als Dank bauten die Mitarbeiter dem Ingenieur ein Halbmodell der Artemis. Stihl freute sich über das Geschenk und bedankte sich: "Der Schwabe würde sagen: Des wär doch net nötig gewese."

Für "Jugend in Arbeit", welche sich seit der Gründung 1983 auf die Restauration alter Schiffe spezialisiert hat, ist eine Unterstützung, wie jene von Herrn Stihl unbezahlbar. Denn wenn Schwehn von schwerer Seenot spricht, so meint er den blanken Existenzkampf, in dem sich die Einrichtung zurzeit befindet.

Der Bund will die Finanzierung der Ein- Euro- Jobber deutlich kürzen. Würde der Rotstift tatsächlich angesetzt, würden rund ein Drittel der 390 Ein- Euro- Jobs wegbrechen. Jugend in Arbeit darf die 390 von der Arbeitsvermittlung zugewiesenen Mitarbeiter nicht unterschreiten, da sonst die Kosten nicht gedeckt werden können. Mit den Kürzungen vom Bund, bliebe die Mindestanzahl der 390 Mitarbeiter wohl unerreicht.

Auch wenn sich laut Schwehn, unter den Mitarbeitern "langsam Nervosität breit macht", am Montagvormittag gab es nur strahlende Gesichter. "Herr Stihl hat für solche Einrichtungen wie Jugend in Arbeit einen anderen Blick. Seine Spende kam vom Herzen, dass merkt man. Und das uns solch eine Persönlichkeit besucht, das erfüllt uns natürlich mit Stolz", erklärt Schwehn. Der Besuch als Initalzündung? "Es ist in dieser schweren Zeit, ein Signal was Herr Stihl sendet- das gibt uns Kraft."

Stihl selbst ging bei dem Besuch in der Werkstatt das Herz auf. Und das hatte zwei Gründe: "Erstmal unterstütze ich die Einrichtung natürlich sehr gerne, was hier geleistet wird ist Klasse." Andererseits ist er selbst begeisterter Segler: "Ich bin ein absoluter Fan von Holzschiffen. Da ist das hier ein Genuss."

Erstmals aufmerksam geworden auf die Einrichtung ist er vor knapp Anderthalbjahren, als ihn ein Geschäftspartner durch die Arbeitsräume führte. Besonders beeindruckend fand er ein Großprojekt. Die Restaurierungsarbeiten an der Artemis, ein altes Holzschiff aus dem Jahre 1926. Auch wenn die Arbeiten an dem Schiff zurzeit ruhen, weil sich kein Investor finden lässt, war das der Moment in dem Stihl den Entschluss fasste, die Einrichtung zu unterstützen. Der Weihnachtsbesuch mit Bescherung in der Werkshalle soll nicht alles sein. Stihl frohlockte: "Auch in Zukunft möchte ich Sie in ihrer Arbeit weiter unterstützen." (pw)

{youtube}Yr_Lm9wzWWU{/youtube}