Harburg - 31 Millionen Euro Gewinn. Das Ergebnis der Sparkasse Harburg-Buxtehude für das vergangene Jahr kann sich sehen lassen. Der Gewinn

bedeutet auch Steuereinnahmen von 11,7 Millionen Euro für den Staat und 1,2 Millionen Euro, die als spenden, in Form von Sponsoring oder Stiftungsarbeit in den Landkreis und den Bezirk zurückfließen.

Das gute Ergebnis war keine Selbstverständlichkeit. Andere Kreditinstitute verzeichnen hohe Verluste. Das Marktumfeld und die Zinspolitik machen es der Branche nicht einfach. So sind Sparkassen-Chef Heinz Lüers, sein Vorstandskollege Andreas Sommer und Vorstands-Ersatzmann Gerhard Oestreich mit der Entwicklung der Sparkasse Harburg-Buxtehude, die eine Bilanzsumme von rund 3,72 Milliarden Euro vorweist, "mehr als zufrieden".

Ein wichtiger Eckpfeiler ist dabei das Immobiliengeschäft. Fast jeden Tag hat die Sparkasse im vergangenen Jahr, statistisch, ein Haus oder eine Wohnung verkauft. 364 im Wert von 74 Millionen Euro waren es genau. Damit ist die Sparkasse Harburg-Buxtehude einer der Big-Player in ihrem Geschäftsbereich in Sachen Immobilien. Genau genommen ist sie das nur in einem Bereich. Auf Hamburger Stadtgebiet hat die Sparkasse, die in den letzten 20 Jahren über 50 Projekte mit rund 1800 Bauplätzen realisierte, "fast nichts" gemacht, wie Lüers es sagt. Hamburg versucht lieber Grundstücke selbst zu entwickeln. In der Vergangenheit oft mit zweifelhaftem Erfolg.

Das Immobiliengeschäft wird weiter eine tragende Säule bleiben. und ausgebaut. "Familien mit mittlerem Einkommen", so sagt Lüers, "sind gut beraten jetzt eine Immobilie zu erwerben." Zwar seien die Baupreise und die Preise für Immobilien durch die hohe Nachfrage gestiegen. Ein drohenden Preisverfall sieht er nicht. Das liegt an den weiterhin historisch niedrigen Zinsen. Zudem, so seine Einschätzung, werden Immobilien weiter, wenn auch langsamer, an Wert gewinnen.

Für die Kunden der Sparkasse Harburg-Buxtehude hat der Vorstand versöhnliche Nachrichten. Neue oder höhere Gebühren, wie es andere Kreditinstitute planen, wird es nicht geben. Dafür hat man neue Angebote im Portfolio. Da ist beispielsweise die SparkassenCardPlus, eine Art Girokonto mit angehängtem Ratenkredit, der flexibel genutzt und bedient werden kann. Es ist etwa teurer als ein fester Ratenkredit, aber günstiger als der Zins für den klassischen Dispo. Bereits gut angenommen wird das elektronische Postfach, dass nicht nur zur Kommunikation, sondern auch als eine Art digitaler Safe für ebenso digitale Unterlagen dient. 40.500 Konten der Sparkasse Harburg-Buxtehude haben es bereits. Auf Vormarsch sind auch Bezahl-Schnickschnacks, wie Kwitt, bei der man Geld von Handy zu Handy überweisen kann, paydierekt, eine Online-Bezahldienst oder die Fotoüberweisung, bei der man den Beleg nur fotografieren muss, damit eine Überweisung vorbereitet und ausgeführt wird. Nicht ganz so schön: Es wird mehr Automatenfilialen geben. Tatsächlich ist der Bedarf an den Service vor Ort in den letzten Jahren rapide gesunken. Andere Filialen werden umgebaut. Heimeliger soll es werden. auch das ist so ein Trend, der sich in der Branche abzeichnet.

Geht es um Wertpapiere, sind die Kunden kauffreudiger geworden. 846 Millionen Euro haben die Kunden der Sparkasse mittlerweile an Aktienwerten in ihren Depots liegen. Das ist ein Plus von 15 Prozent. Die Umsätze mit Wertpapieren, 428 Millionen Euro, sind sogar um 33 Prozent gestiegen.

Etwas schleppend verläuft das Vorsorgegeschäft. Darunter fallen Lebensversicherungen. Die niedrigen Zinserträge dürften schuld sein. Gut läuft es beim Vertrieb von Sach- und Krankenversicherungen. "In dem Bereich konnte der Absatz gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden", sagt Oestreich. Gut laufen auch die Bausparverträge. Kunden wollen sich niedrige Zinsen für die Zukunft sichern. 1317 wurden letztes Jahr abgeschlossen. Ebenso gut laufen die Privatkredite. 37 Millionen Euro wurden dabei Privatkunden zur Verfügung gestellt. Das sind fünf Millionen Euro mehr als 2016.

Gewerbliche Kunden greifen angesichts niedriger Zinsen ebenfalls vermehrt zu. 220 Millionen Euro wurden 2017 in dem Bereich neu vergeben. "Wir sehen uns als Partner des Mittelstands", sagt Lüers. Dazu gehört es nicht nur Kredite zu gewähren, sondern auch sie schnell zu bewilligen. Gerade in diesem Bereich habe man sich verbessert.

Und dieses Jahr? "Es wird spannend", versichert der designierte Vorstandsvorsitzende Andreas Sommer. Heinz Lüers geht Anfang April in Pension. Damit geht eine Ära zu Ende. Sommer wird am 1. April seinen Posten übernehmen. Der Vorstand wird kleiner. Dafür femininer. Erstmals wird mit Sonja Hausmann eine Frau im August mit an der Spitze der Sparkasse Harburg-Buxtehude stehen. Und es wird gefeiert. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude wird in diesem Jahr 175 Jahre alt. Den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen wird am 1. März der Jahresempfang bilden. zv