Neu Wulmstorf – Das die Monatsveranstaltungen des Wirtschaftsvereins mehr als nur ein geselliges Zusammensein sind, ist bekannt. Jochen Winand uns sein Team schaffen es immer

wieder herausragende Gastredner zu holen, die selbst versierten Wirtschaftslenkern Input mitgeben. So einer war Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, der am Mittwochabend in den Räumen der Adalbert Zajadacz GmbH über die Aussichten für die Wirtschaft sprach.

Kurz: Es wird aus Sicht des Volkswirtes nicht einfach. Dabei muss man nicht einmal in Richtung USA schauen, wo der neue Präsident Donald Trump für Verunsicherung sorgt. Europa hat nach Ansicht von Stephan genug eigene Baustellen. Das die Griechen ihre Schulden wie vereinbart zurückzahlen, hält es für sehr unwahrscheinlich. Ob der Euro Bestand hat, steht in den Sternen. Die Zinspolitik, die die EU-Staaten zusammen halten soll, ist aus seiner Sicht wenig hilfreich. Sie hält Bereiche am Leben, die aus wirtschaftlicher Sicht überholt sind und verhindere gleichzeitig Innovation und Weiterentwicklung in der Wirtschaft. Und auch „große“ EU-Länder wie Italien und Frankreich haben enorme wirtschaftliche Probleme.

Das Gute: Es geht weiter. Für Deutschland und ihn sowieso. Als Rheinländer, betonte Stephan, ist man Frohnatur. Und es gibt für den Ökonom und Anlagestrategen, der immerhin Herr über rund 3,3 Milliarden Euro Anlagegelder ist, durchaus Bereiche, in die man investieren kann. Aktien könnten das sein. Gerade Deutschland hat durch Trumps Devise „America first“ gute Chancen. Denn wenn das Land selbst mehr produzieren will, ist man auf Maschinen aus Deutschland angewiesen. Und selbst ein Euro-Aus schreckt ihn nicht. Eine neue starke D-Mark würde dem Export-Weltmeister nicht schaden. Was vielen der Zuhörer neu war. Deutschland importiert rund 50 Prozent der Waren, die hier nur den letzten Schliff bekommen, bevor sie als Exportgut Deutschland verlassen. Die würde man dann günstiger einkaufen können.

Eine gute Nachricht hatte er auch für alle Hamburger Immobilienbesitzer. Betongold bleibt Betongold. Eine Immobilienblase sieht er in den großen Ballungsgebieten nicht. seine Erklärung ist plausibel. Es werden weit weniger Wohnungen gebaut, als benötigt werden. zv