Harburg – Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Harburg-Buxtehude ist zufrieden. „2016 war ein erfolgreiches Jahr“, fasst Heinz Lüers das Ergebnis bei der Vorstellung der Bilanz

für das vergangene Jahr zusammen. Einen wesentlichen Anteil an dem guten Geschäftsergebnis haben laut Lüers die Vertriebserfolge. Hier sind es vor allem Immobiliengeschäfte, die sich positiv auf die Bilanz auswirken. Auf dem Sektor hatte sich die Sparkasse Harburg-Buxtehude frühzeitig gut positioniert.

„Die niedrigen Zinsen tragen nach wie vor dazu bei, dass die Sparkasse das Geschäftsfeld der privaten Wohnungsbaufinanzierungen weiter ausbauen konnte“, so Lüers. „Die Neubewilligungen lagen in 2016 mit 200 Millionen Euro wiederholt auf einem guten Niveau. Die Anzahl vermittelter Eigenheime konnte auf 347 erhöht werden.“ Über 1,5 Milliarden Euro hat die Sparkasse Harburg-Buxtehude insgesamt an Kunden ausgeliehen, die Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser oder auch Mehrfamilienhäuser zu kaufen oder zu bauen. Die Neubewilligungen betrugen im vergangenen Jahr 200 Millionen Euro. Viele private Immobilienkäufer sehen die eigenen vier Wände als wichtigen Teil ihrer Altersvorsorge an, um dann mietfrei wohnen zu können.

Der Wehrmutstropfen kommt vom Gesetzgeber. „Mit der Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie wird insbesondere jungen Familien der Weg ins eigene Haus erschwert. Es ist wenig sinnvoll, bei einer Anschlussfinanzierung von einem völlig neuen Sachverhalt ausgehen zu müssen: Wer 10 Jahre ordentlich seinen Hauskredit bezahlt hat, stellt nicht plötzlich im 11. Jahr ein großes Risiko dar, das ist lebensfremd“, sagt Lüers.

Ebenso kann Lüers die Angst vor einer Immobilienblase, vor allem in der südlichen Metropolregion, nicht nachvollziehen. „Wir sehen keine Immobilienblase", sagt Lüers. "Es gibt in einzelnen Regionen überhitzte Immobilienmärkte bei gewerblichen Immobilienprojekten. Aber nicht bei privaten Objekten, wo Kauf immer noch günstiger als Miete ist und wo angemessene Eigenkapitalquoten und Tilgungsanteile von den Kunden eingebracht werden."

Abgerundet wird das Angebot durch eigene Grundstücksentwicklungsgesellschaften. Die in 2016 in den Vertrieb gegangenen Baugrundstücke in Winsen, Lindhorst, Kakenstorf und Salzhausen sind aufgrund der anhaltend großen Nachfrage weitgehend verkauft oder fest reserviert. Für künftige Baugebiete in Ohlendorf, Buxtehude, Sprötze und Buchholz wurden bereits Flächen im Geschäftsgebiet gesichert. Die Nachfrage nach Bauland könne trotzdem weiterhin nicht voll bedient werden. Auffallend: Für Hamburger Gebiete gibt es keine eigenen Grundstücksentwicklungsgesellschaften.

Insgesamt ist die Bilanzsumme der Sparkasse Harburg-Buxtehude um 131 Millionen Euro auf 3,66 Milliarden Euro gestiegen.  Der Jahresüberschuss der Sparkasse liegt bei 7,5 Millionen Euro.
Erwartungsgemäß ging aufgrund der Niedrigzinsphase der Zinsüberschuss um 3,4 Millionen Euro auf 76,8 Millionen Euro zurück. Das Provisionsergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden und hat mit 28,5 Millionen Euro einen Rekordwert erreicht.

Trotz der Niedrigzinsen sind laut Vorstand bislang für „normale“ Privatkunden keine „Strafzinsen“ für „geparkte Liquidität“ geplant. Anders sieht es bei großen Barvermögen ab einer Million Euro aus. Ob der kulante Kurs gegenüber den kleineren Privatkunden beibehalten werden kann, würde vierteljährlich entschieden werden. Zurückgegangen sind trotz der niedrigen Zinsen auch die Umsätze beim Aktienhandel. Das so Lüers, liege an der in Deutschland fehlenden „Kultur“ in diesem Bereich. zv