Harburg – In Kreisen der Wirtschaft schlug diese Nachricht wie eine vielleicht auch ein wenig erwartete Bombe ein. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude und die Sparkasse Stade-Altes Land

wollen fusionieren. Bereits in den nächsten Wochen werden Sondierungsgespräche „ergebnisoffen“ geführt.

Nach Informationen von harburg-aktuell war man seitens der Sparkasse Stade-Altes Land an die Sparkasse Harburg-Buxtehude herangetreten. Hintergrund dürfte der immer höher werdende Kostendruck sein. Die absehbar auch weiterhin niedrigen Zinsen und die Digitalisierung, aber auch aufsichtsrechtliche Anforderungen machen es den Geldhäusern schwer. Für kleinere Sparkassen kann das zur Existenzfrage werden.

Die Sparkasse Stade-Altes Land gehört dazu. Mit 1,755 Milliarden Euro war ihre Bilanzsumme 2015 nur halb so groß wie die der Sparkasse Harburg-Buxtehude (knapp 3,6 Milliarden Euro). Die Zahl der Filialen ist mit 20 deutlich niedriger, als die der Sparkasse Harburg-Buxtehude, die 47 Filialen unterhält. Beim Personal ist die Sparkasse Stade-Altes Land mit 438 Mitarbeiter im Verhältnis zur Bilanzsumme deutlich schlechter aufgestellt, als die Sparkasse Harburg-Buxtehude, die 747 Mitarbeiter beschäftigt. Auf der Sparkassenrangliste liegt die Sparkasse Harburg-Buxtehude auf Platz 90. Die Sparkasse Stade-Altes Land auf Platz 206 von insgesamt 413 Sparkassen in Deutschland.

Für die Sparkasse Harburg-Buxtehude ist das eine bessere Position bei den Sondierungsgesprächen. Sie gilt als die deutlich stärkere Sparkasse. Das gilt auch für die Zukunft. Starke Kundengruppen, wie Obstbauern und Reeder, die Kunden der im Jahr 2000 mit der Stadtsparkasse Stade fusionierten Altländer Sparkasse waren, haben an Bedeutung für das Bankgewerbe in der Region verloren. Zudem gibt es deutliche Überschneidungen im Geschäftsgebiet.

Mit „Gesichtsverlust“ würde eine Fusion für die Sparkasse Stade-Altes Land nicht verbunden sein. Heinz Lüers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude wird im März 2018 in den Ruhestand gehen. Sein designierter Nachfolger ist Vorstandsmitglied Andreas Sommer. Nach dem Ausscheiden von Frank Jäschke aus dem Vorstand der Sparkasse Harburg-Buxtehude im vergangenen Jahr muss dort absehbar mindestens ein neuer Vorstandsposten besetzt werden. Somit hat der erst im Herbst 2014 zum Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Stade-Altes Land berufene Michael Senf eine Perspektive. Welche weiteren Auswirkungen eine Fusion konkret haben würde, ist noch nicht absehbar.

Trotzdem bleibt das Ergebnis der Gespräche offen. Wie schwierig eine Fusion ist, hatte sich 2009 gezeigt. Damals platzte der lange vorbereitete Zusammenschluss der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der Sparkasse Lüneburg, nachdem der Rat der Stadt Lüneburg mit einer Stimme Mehrheit gegen die Fusion gestimmt hatte. zv