Harburg – Das Gelände auf dem das Bauprojekt Neuländer Quarree entstehen sollte, bekommt zunächst keinen neuen Besitzer. Auf einer Versammlung haben sich die Gläubiger

gegen das Höchstgebot entschieden, das in einem kurz davor geendeten Bieterverfahren abgegeben wurde. Stattdessen soll weiteres geliehenes Geld das Projekt retten. Wer noch einmal in das Projekt Geld einzahlen wird, blieb ebenso ein internes Geheimnis, wie die Höhe der Summe. Es soll aber ein Millionenbetrag sein.

„Die in dem Bietergebot angebotenen Summen hätten ausgereicht, um alle Schuldner zu befriedigen“, so ein Insider. Dem Grundbuch war zu entnehmen, dass es um viele Millionen geht. Den größten Betrag, 7,5 Millionen Euro, steht danach dem Hauptinvestor zu.

Der Plan von Projektentwickler Thorsten Wiehe und dessen P&S Grundstücks- und Verwaltungs GmbH & Co. KG sieht die Sanierung des Projektes vor. In der Praxis dürfte das bedeuten, dass die „kleineren“ Schuldner, darunter die, die Anträge auf Insolvenz und Zwangsvollstreckung gestellt hatten, ausgezahlt werden. So wies das Grundbuch im Februar dieses Jahres mehrere „kleine“ Eintragungen auf, mit denen Architekten oder der Notar ihre Forderungen absicherten.

„Die dürften finanziell befriedigt werden“, so der Insider. Warum die größeren Schuldner nicht das höchste Angebot der Bieter angenommen hatten, liegt für ihn auf der Hand. „Dann bekommen sie lediglich ihre abgesicherten Einlagen zurück, aber nicht die zu Beginn des Projektes avisierten Gewinne." Die könnten beträchtlich sein, wenn man einem bereits 2013 von der Goldwert Gruppe in Umlauf gebrachten Papier glauben darf, mit dem Mezzanine Kapital, also Risiko-Kapital, gesucht wurde. Dort wurde aufgelistet, dass bei Ausgaben von 11,75 Millionen Euro satte 21,25 Millionen Verkaufserlös erzielt werden könnte. Dafür sollte das Gelände in fünf Partien veräußert worden. Die interne Projektrendite wurde mit sagenhaften 80,85 Prozent beziffert.

Insider gehen davon aus, dass sich Hauptgeldgeber durch das Sanierungskonzept zumindest einen Gewinn versprechen. Dadurch wird das Bauprojekt fünf Jahre nach dem Kauf in eine weitere Runde gehen. Es könnte weiterentwickelt und dann verkauft werden. Was für Harburg eine weitere „Hängepartie“ werden könnte, dürfte für die Geldgeber kein Problem sein. Angesichts niedrigster Zinsen sind Spekulationen mit Grundstücken noch attraktiver geworden. Dazu weist ein internes Gutachten einen möglichen Preis von rund 19 Millionen Euro für die Gesamtfläche aus, die mal für 7,5 Millionen Euro gekauft wurde.

Ob sich das Projekt in Zukunft wie gewünscht entwickeln lässt, bleibt abzuwarten. Die Probleme sind nicht kleiner geworden. Nachbar der Fläche ist der Betrieb Brenntag, auf dem chemische Produkte gelagert werden. Die nahe Bahnstrecke bringt hohe Auflagen beim Lärmschutz. Neu ins Spiel gekommen ist das Projekt Innovation Port von HC Hagemann, das eine eindeutige Konkurrenz sein dürfte und in seiner Gesamtheit deutlich seriöser wirken dürfte als das Projekt Neuländer Quarree. zv