Harburg – HC Hagemann-Chef Arne Weber will schon 2017 mit dem ersten Bauabschnit seines 150-Millioen-Euro-Projekts Hamburg Innovation Port (HIP) anfangen. So hat er es bei der

Präsentation auf dem Baugrundstück an der Blohmstraße angekündigt. Ist das zu optimistisch? Die Harburger Öffentlichkeit ist vorsichtig geworden – spätestens seit dem Luftschloss „Neuländer Quarree“, von dem außer ein paar wenig zielführenden Scharmützel zwischen Verwaltung und Kommunalpolitik und einem Verfahren zur Zwangsversteigerung.

Es gibt allerdings signifikante Unterschiede zwischen den beiden Projekten – und sie beginnen bei der Präsentation: Vor gut vier Jahren hatten die Investoren des Neuländer Quarrees in den Großen Saal des Harburger Rathauses eingeladen und sie reichten Champagner und Schnittchen. Geladen war der komplette bezirkliche Stadtplanungsausschuss, dazu der Bezirksamtsleiter, sein Baudezernent und weitere Häuptlinge aus dem Bezirksamt.

Bei der Präsentation des Hamburg Innovation Port war außer der CDU-Bezirksabgeordneten Helga Stöver, die in Begleitung der CDU-Bundestagsabgeordneten Herlind Gundelach gekommen war, niemand aus Bezirksamt oder Bezirksversammlung dabei, dafür aber Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank und Senator  Frank Horch, Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter, der Chef der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Dr. Rolf Strittmatter und eine Reihe hochrangiger Entscheider. Das hatte Wucht! Fast noch mehr Wucht als der wichtigste Satz in der Rede von Senator Horch: „Der Senat wird dieses Projekt voll unterstützen.“

Die ersten Visualisierungen des Projekts zeigen den Siegerentwurf des Rotterdamer Architekturbüros MRVDV, Oberbaudirektor Walter wies indes darauf hin, dass es im Architektenwettbewerb zwei erste Preise gegeben habe. Der andere Sieger ist Hadi Teherani aus Hamburg, der unter anderem die Tanzenden Türme am Eingang zur Reeperbahn entworfen hat. Walter: „Beide Entwürfe sind großartige Arbeiten, und ich würde mir wünschen, dass MRVDV und Teherani sich zusammensetzen und die Architektur des HIP gemeinsam entwickeln.“ Ob das Lächeln von Hadi Teherani, der bei der Präsentaion zu den Gästen gehörte, nur höflich war oder ob er der Idee schon zustimmte, war nicht zu erfahren.

Nach dem Architektenwettbewerb hat die HC Hagemann Gruppe auch die Investitionssumme nach unten korrigiert. Man habe die  Siegerentwürfe noch einmal genau durchgerechnet und liege jetzt bei 150, vielleicht auch bei 200 Millionen Euro. In den ersten vertraulichen Informationen war noch von 350 Millionen Euro die Rede. ag