160305CityHarburg – Die Teilnehmer am BID Lüneburger Straße werfen das Handtuch. Die Lenkungsgruppe empfiehlt „aufgrund mangelnder Kooperation seitens der Harburger Verwaltung

und der Politik den Anschlussantrag für ein BID Lü III nicht zu stellen". Die Begründung: Die Teilnehmer des BID fühlen sich von Politik und Verwaltung allein gelassen. Die Lenkungsgruppe hatte bereits am 18. Februar Aufgabe des Projekts empfohlen. Das sie jetzt kommuniziert wird, ist ein Indiz darauf, dass keine vermutlich erhofften Reaktionen auf die Entscheidung erfolgt sind.

Zu einseitig, so die Kritik der Teilnehmer, sei das 2009 ins Leben gerufene Projekt bislang verlaufen. Ein BID könne mangelndes Interesse, mangelnden Willen und mangelnde Unterstützung durch Politik und Verwaltung nicht ausgleichen.  Bereits vergangenen Oktober hatten die Teilnehmer in einem Brief an Stadtentwicklungs-Senatorin Dorothee Stapelfeldt die in ihren Augen herrschende Schieflage beklagt. Es ist vor allem die fehlende Aufwertung des öffentlichen Raums durch die Stadt, die fehle. „Die Maßnahmen des BID bleiben wirkungslos, solange die Stadt nicht bereit ist, eine Grundsanierung der Lüneburger Straße vorzunehmen, deren Konzeption und bauliche Ausführung schon 40 Jahre alt ist“, war in dem Schreiben moniert worden. Konkret wurden eine Erneuerung des Pflasters, eine neue Beleuchtung, die Entfernung der Bäume, die komplette Umsetzung der Pläne für die Aufwertung des Gloria-Tunnels, die bessere Anbindung der Lüneburger Straße an das Phoenix-Center und eine Erhöhung der Sicherheit durch mehr Polizeipräsenz in der durch Einbrüche und Vandalismus belasteten Innenstadt gefordert. Das seien öffentliche Aufgaben. Zudem beklagt die Lenkungsgruppe, dass die Politik der Erweiterung des Phoenix-Centers zugestimmt habe, was die Innenstadt schwäche.

Dabei hatte Bezirksamtsleiter Thomas Völsch bereits vergangenen Oktober  in einem Antwortschreiben, eines Briefes des BID an das Bezirksamt klar gemacht, was das BID eigentlich ist. Angesichts leerer Kassen und der finanziellen Unfähigkeit der Stadt großflächig Einkaufsstraßen zu sanieren, habe man mit dem BID eine rechtliche Grundlage geschaffen, um auch unwillige Anlieger finanziell mit in Maßnahmen einzubeziehen, die von den Grundeigentümern durchgeführt werden können. Zudem begründet Völsch die in mehreren Punkten konträre Sichtweise der des Bezirks. Angesichts der „erheblichen Vorleistungen und mannigfaltigen Unterstützungen, die Politik und Verwaltung erbracht haben“, erscheine ihm die Kritik „so nicht nachvollziehbar“. zv