160105KaufhauskanalHarburg – Wenn auch verspätet, das IBA-Projekt „Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal“ im Harburger Binnenhafen ist doch noch eine Erfolgsgeschichte geworden. 58 von 61

Wohnungen in sechs Häusern sind verkauft, 14 schon an die Eigentümer übergeben worden. Und doch hat der mutige Investor Behrendt Wohnungsbau, der die anspruchsvollen Entwürfe der Kopenhagener Bjarke Ingels Group (BIG) realisiert hat, mit dem zweiten Bauabschnitt, in dem noch einmal sechs Häuser nach den Plänen von BIG gebaut werden sollten, gezögert.

Offenbar waren die Baukosten höher als gedacht. Der Siegerentwurf im IBA Gutachterverfahren versprach zwar Vorzeigearchitektur vom Feinsten inmitten denkmalgeschützter Hafen- und Speichergebäude. Innovationen wie eine Firstlinie, die anders als beim klassischen Satteldach diagonal über die gesamte Grundfläche verläuft, haben aber ihren Preis. Als dann den Harburgern noch als Produkt eines beispiellosen Behördenversagens ein überteuertes Wohnschiff vor die Nase gesetzt wurde, rechnete Behrendt Wohnungsbau noch einmal spitz nach –  und fragte an, ob die nächsten sechs Häuser nach einem erneuten Gutachterverfahren vielleicht ein bisschen weniger aufwändig gebaut werden könnten.

Jetzt hat der Stadtplanungsausschuss aber einstimmig den weiteren Planungen für einen Kompromiss zugestimmt: Statt sechs entstehen drei weitere Vorzeigebauten nach BIG-Plänen, für die restlichen Fläche plant Moritz Schneider von APB Architekten einen L-förmigen Bau mit vier Vollgeschossen plus einem Staffelgeschoss und 55 frei finanzierten Mietwohnungen.

IBA-Geschäftsführerin Karen Pein: „Über diesen Kompromiss sind wir sehr glücklich.“ Er sichere zum einen den Bau von drei weiteren BIG-Häusern und erreiche damit die „kritische Masse“ für dieses Vorzeigeprojekt, zum anderen würden auch die wirtschaftlichen Interessen des Investors gewahrt. Außerdem sei jetzt noch Platz für eine Freifläche zwischen den Häusern – immer wieder positiv für die Identifikation mit dem Quartier. ag

Veröffentlicht 5. Januar 2016