151122Herrenabend2Heimfeld - Es ist sicher nicht ganz einfach mehr als 350 Zuhörer mit einem Thema zu begeistern, das schon seit Monaten in aller Munde ist. Alfons Hörmann hat es geschafft.

Der Festredner beim 69. Herrenabend des Wirtschaftsvereins im Privathotel Lindtner fesselte am Freitagabend die knapp 400 Zuhörer, darunter Senatorin Melanie Lonhard, ihr Amtskollege Frank Horch, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer oder Harburgs „Bürgermeister“ Thomas Völsch. Mit seiner Draufsicht als Nicht-Hamburger brachte der Allgäuer, der seit 2013 Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes ist, die Begeisterung für die Spiele 2024 in Deutschland rüber und konnte auch aktuelle Zahlen vorlegen. 75 Prozent der Befragten in Deutschland, so das Ergebnis einer neusten, nach den Anschlägen von Paris noch einmal initiierten Umfrage und zum Zeitpunkt des Herrenabends noch nicht veröffentlichte Erhebung, wollen die Spiele in Hamburg sehen. „Die Zustimmung, die Solidarität und, hoch erfreulich, der Wert der Spiele steigen auf einen Höchststand.“ Selbst bei den Anhängern der Dagegen-Partei Die Linke gibt es in der Olympia-Frage laut Hörmann eine Patt-Situation. Jeweils 48 Prozent sind dafür und dagegen. Hörmann: „Es fällt den Gegnern von Woche zu Woche schwerer Argumente gegen die Spiele zu finden. Das ist ein gutes Zeichen.“

151122Herrenabend1
Polizeipräsident Ralf Martin Meyer, Senatorin Melanie Leonhard und "Bürgermeister" Thomas Völsch. Fotos: zv

Hamburg und die Metropolregion werden, so die Ankündigung Hörmanns, mit den Spielen ein Konjunkturprogramm der Sonderklasse erleben. „Und das nicht nur explizit während der Bauphase“, sagte Hörmann. „Der eigentliche Schub wird nach den Spielen kommen. Ich bin überzeugt, dass ihre Stadt national und internationals eine völlig neue Positionierung erleben wird.“ Die letzten zwölf Monate sei über Hamburg international mehr berichtet worden, wie in den zwölf Jahren zuvor. Hörmann: „Die Marke Hamburg wird mit dem Thema Olympia noch einmal weit mehr Strahlkraft bekommen.“

Hamburg steht auch in der Verantwortung. Hörmann: „Sport-Deutschland hat im März diesen Jahres mit 410 zu Null für Hamburg votiert. Auch und gerade die Berliner haben sich in vorbildlicher Team-Orientierung hinter das Konzept Hamburgs gegeben und der Hansestadt die Fahne übergeben.“ Er hofft, dass die Hamburger die einmale Chance nutzen. „Wir sind überzeugt, das Olympia ein strategisch bedeutender Schritt für die nachfolgenden Generationen ist. Hamburg steht vor der entscheidenden Frage, ob es ein bequemes weiter so oder eine echte Investition für die Zukunft für die Region will.“

151122Herrenabend3
Torsten Meinberg, Lotto-Hamburg, mit Dr. Georg Mecke, Airbus und Alfons Hörmann (r.).

Schon vorher hatte Jochen Winand vom Wirtschaftsverein bei der Begrüßung nicht nur die Bedeutung des Wirtschaftsvereins hervorgehoben, der sich seit 1947 für die erfolgreiche Entwicklung des Wirtschaftsraum Hamburger Süden einsetzt und neue Herausforderungen mit eigenen Projekten und Schwerpunkten begleitet, sondern auch ein klares Bekenntnis für Olympia abgegeben. „Hamburg ist Agenda-City und hat angesichts des klaren Nachhaltigkeits-Konzeptes gute Chancen für die Ausrichtung der Olympiade“, so Winand. Und er hat noch einen guten Grund für Olympia. „Man kann sich einfach darauf freuen, ein großes Fest zu feiern, dass für friedvolles Zusammenleben über die Grenzen hinweg steht.“ zv