100412UnterschriftenHarburg – Für viele ist es eine vertane Chance. Für andere ist es eine Sache des Überlebens. Der Markt muss vom Harburger Rathausplatz zurück zum Sand. Ab kommenden Montag werden dort wieder die Waren angeboten. Gerade die Geschäftsinhaber rund um den traditionellen Marktplatz hatten sich gegen die Idee gewehrt, dass der Markt, wie in vielen anderen Städten, vor dem Rathaus bleibt und von der Kulisse partizipiert. Ali Kashgar, Inhaber eines Tabak- und Lottoladens am Sand hatte deswegen eine Aktion gestartet. 3000 Unterschriften, die er gesammelt hatte, übergab er am Montag Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg. Der stellte klar: „Es war von Anfang an die Planung, dass der Markt zurück geht. Daran halten wir auch fest.“ Dennoch muss er zugeben, dass das „Flair und die Atmosphäre“ vor dem Rathaus besser sind. Für den Sand sprächen „traditionelle und praktische Gründe“. Auch die Marktbeschicker hatten sich in einer deutlichen Mehrheit für eine Rückkehr zu Sand ausgesprochen. In der Bevölkerung ist die Meinung gespalten. Bei einer Umfrage auf harburg-aktuell.de, an der bis Montagmittag 352 Menschen teilgenommen hatten sprach sich nur eine ganz knappe Mehrheit, 173 Teilnehmer, für den dauerhaften Umzug zum Rathausplatz aus. Zwei weniger, 171, wollten, dass der Markt zum Sand zurückkommt. Acht war es einfach egal.
Tatsächlich steckt hinter der Diskussion ein echtes Dilemma. Die Marktbeschicker scheuen Veränderungen. Die Geschäftsinhaber am Sand klammern sich an den Markt, den Kashgar „das Herz“ der Gegend nennt. Er hat, vermutlich nicht zu Unrecht, Angst, dass die Gegend rund um den Sand ohne Markt verödet. Andererseits wurde vom Bezirk ein teures Gutachten in Auftrag gegeben, dass untersuchen soll, wie der Markt attraktiver wird. Offenbar ist die Ist-Situation nicht zukunftsfähig. zv