NewYorkHamburgerGummiWaarenHarburg – New-York-Hamburger-Gipfel: In der vergangenen Woche haben sich zwei Staatsräte, zwei Amtsleiter und ein Harburger Baudezernent zusammengesetzt, um die

Zukunft des Areals der ehemaligen Gummi-Waaren Compagnie an der Neuländer Straße auszuleuchten. Und siehe da: Sie sind ein Stück vorangekommen. Demnach wird es immer wahrscheinlicher, dass die stadtbildprägenden, aber auch hochgradig nitrosaminverseuchten Hallen erhalten bleiben. Ein Abriss wird immer unwahrscheinlicher und damit auch die Gefahr eines vorbildgetreuen Nachbaus à la Disneyland.

Bis zu dem Gipfeltreffen galt dieser „Sachstand“: Die Kulturbehörde beharrt auf einen Erhalt des historischen Gemäuers, die Gesundheitsbehörde will den Abriss, weil sich das Nitrosamin nicht einfach in Luft auflöst und schon gar nicht mit Einhausungen oder ähnlich kostspieligen Lösungen in den Griff zu bekommen ist. Zur Überraschung von Harburgs Baudezernent Jörg Penner beugt sich nun auch die Gesundheitsbehörde dem Denkmalschutz.

Deshalb wird jetzt ein Weg gesucht, den Investor wenigstens einigermaßen ungeschoren das Dilemma überstehen zu lassen. Klar ist: Die Hallen können sicher nicht für Büros oder gar Wohnungen genutzt werden, allenfalls kommt eine Lagerung von Gütern in Frage, denen die Nitrosamine nichts anhaben können und die auch wenig Personaleinsatz verlangen. Damit kommt der Investor indes kaum auf seine Kosten. Deshalb hat Penner im Stadtplanungsausschuss das Zauberwort „Kompensation“ ins Spiel gebracht. Sein Vorschlag: Der Bezirk genehmigt dem Investor ein zwölfstöckiges Hochhaus am Rand der Hannoverschen Straße, das nach aktuellem Baurecht nicht erlaubt wäre.

Die Bezirkspolitik soll in der übernächsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses Anfang November kund tun, was sie von diesem Vorschlag hält.