150917A26Harburg – Noch liegt eine Menge Arbeit vor der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH (kurz: DEGES). Sie hat den Auftrag, den Autobahn-Lückenschluss

zwischen A1 und A7 zu vollenden. Geplant wird das nun seit gut 50 Jahren, mal hieß das Projekt „Hafenquerspange“, jetzt ganz nüchtern A26-Ost. Peter Pfeffermann von der DEGES tingelt seit Monaten durch den Süden Hamburgs, informiert bezirkliche Gremien, mal auch die Bürger. Jetzt hatte der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden Pfeffermann eingeladen, in der Elbloge am Veritaskai versorgte er die Mitglieder noch einmal mit den wichtigsten Informationen.

Das sind die wichtigsten Fakten: Die A26-Ost wird zusammen mit der A 26-West in einem gemeinsamen Autobahnkreuz nur wenige hundert Meter nördlich der Anschlussstelle Moorburg an die A7 angeschlossen. Sie macht dann südlich einen Bogen um Moorburg, knüpft mit einer neuen Anschlussstelle „Hafen-Süd“ an das Straßennetz an, macht einen Bogen nach Norden, um auf der Krone eines zurückverlegten Elbdeichs zur großen Süderelb-Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von 52 Metern anzusteigen. Weiter geht s im Norden der Raffinerien auf einer Hochstraße über den vorhandenen Straßen zur Hohen Schaar, wo eine weitere Anschlussstelle geplant ist. Weiter östlich geht es bergab, um Wilhelmsburger Reichsstraße und Eisenbahn zu unterqueren, um schließlich in Höhe Stillhorn an die A1 „anzudocken“. Das wird allerdings kein normales Autobahndreieck. Da gleichzeitig auch die bisherigen Straßen irgendwie an die Autobahn angeschlossen werden müssen, entsteht ein wahres Labyrinth an Straßen, Bögen und Brücken – in dem selbst modernstes Navis hoffnungslos überfordert sein dürften.

150917A262

Die Monatsveranstaltung des Wirtschaftsvereins zur A26. Foto: zv

Kurzfassung: Die A26-Ost wird rund neun Kilometer lang und dürfte wegen der Häufung von kompliziertesten Sonderbauten mindestens 900 Millionen Euro kosten. Also: ein Kilometer Autobahn für rund 100 Millionen Euro. Bisher soll ein Kilometer Autobahn durchschnittlich für knapp 20 Millionen zu haben gewesen sein. Ob der Bund bereit ist, diese Autobahn zu finanzieren und sie als „vordringlichen Bedarf“ einzuordnen, soll wohl „demnächst“ entschieden werden. Verdächtig: Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Hamburger Autobahn als Projekt für Public Private Partnership vorgeschlagen – also private Finanzierung, Refinanzierung durch eine Maut. In der Regel ist das ein Indiz dafür, dass die Einstufung in den „vordringlichen Bedarf“ nicht vorgesehen ist.

Wenn es mit der Finanzierung klappt, könnte die Autobahn 2025 fertig sein. Frage aus dem Plenum: „Könnte Olympia das Ganze nicht ein wenig beschleunigen?“ Antwort von Peter Pfeffermann: „Wir werden es versuchen.“ ag

Veröffentlicht 17. September 2015