150520SchneeballHarburg – Das Vertrauen von Gisela und Axel Strehlau aus dem Compeweg in die Weisheit der Harburger Verwaltung hat einen gehörigen Knacks bekommen. Wie

berichtet hatten die Rentner zunächst vergeblich um den Erhalt eines selbst gepflanzten Buschs der Gattung „Schneeball“ vor ihrer Haustür gekämpft. Wenn das Bezirksamt beschließt, dass da ein neuer Baum gepflanzt werden soll, dann ist das eben so.

Auch die Strehlaus hatten sich damit abgefunden. In den kommenden Tagen, ja sogar Wochen, kamen sie dann aber nicht mehr aus dem Staunen über das heraus, was da „amtlich“ vor ihrer Haustür passierte. Dass ein mehrtägiges Halteverbot angeordnet worden war, damit ein Bagger ein Loch für den Baum ausheben konnte, war ja noch zu verstehen.

Erste Zweifel kamen auf, als der Bagger wieder abrücken musste, weil man übersehen hatte, dass ausgerechnet dort mehrere Versorgungskabel im Boden lagen. Die Leute mit dem Spaten ließen ein paar Tage auf sich warten, dann steckten sie gleich an mehreren Stellen jeweils zwei hölzerne Haltestangen in den Boden. Und rückten wieder ab.

Die Pressestelle des Bezirksamts hatte zuvor zwar noch darauf hingewiesen, dass wegen der Platz- und Lichtverhältnisse tatsächlich nur ein neuer Baum gepflanzt werden konnte. Eben dort, wo der Schnellball der Strehlaus seit acht Jahren stand. Nun kamen aber gleich vier neue Bäume, die zwischen den Haltestangen platziert und festgezurrt wurden.

Das geschah allerdings etwas nachlässig, denn am nächsten Morgen war einer der jungen Bäume samt Haltestangen umgekippt. Dafür hatten die Arbeiter an einer anderen Stelle, wo nun auch noch ein Baum gepflanzt werden sollte, keine Haltestangen mehr. Die hatte man versehentlich 20 Meter weiter den Compeweg hoch aufgestellt. Und der Baum dazu fehlte auch noch.

Jetzt haben sich die Arbeiter schon ein paar Tage nicht sehen lassen. Mindestens eine Lücke ist noch offen, außerdem ist eine der verkehrt aufgestellten Haltestangen umgekippt. Da liegt sie nun. Axel Strehlau: „Wir kucken jeden Morgen, ob sich was Neues getan hat.  Das ist spannender als Fernsehen.“ ag

Veröffentlicht 20. Mai 2015