150515AusgleichHarburg – Auf einer 32 Hektar großen Fläche östlich des Mittleren Landwegs im Bezirk Bergedorf sollen sich die Landwirte künftig zurückhalten, damit sich dort die stark

gefährdete Uferschnepfe wieder ausbreiten kann. Was das mit Harburg zu tun hat? Eine ganze Menge, denn die Ausweisung der 32 Hektar in eine „extensiv genutzte Grünfläche“ ist als eine der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der A26 mitten durch die Elbmarsch im Bezirk Harburg vorgesehen.

Nicht immer können so massive Eingriffe in die Natur wie der Bau einer Autobahn gleich nebenan ausgeglichen werden. Häufig müssen sich die Planer auf die Suche im gesamten Hamburger Stadtgebiet (in seltenen Fällen sogar im Nachbar-Bundesland) machen, um eine geeignete Fläche zu finden, die durch besondere Maßnahmen ökologisch aufgewertet wird.

Das klappt nicht immer, gerade wenn sich die Eingriffe häufen – wie zum Beispiel im Süderelberaum, wo es solche Eingriffe wie die Startbahnverlängerung bei Airbus, die Finkenwerder Ortsumgehung, die Hafenerweiterung oder die A26 gibt.

Es kann auch andere Gründe geben. Das erfuhr Harburger Bezirksamtsleiter Thomas Völsch 2009, als er noch Bürgerschaftsabgeordneter der SPD war und den Senat gefragt hatte, welche Ausgleichsmaßnahmen noch nicht erledigt sind und warum das so ist. Der Senat hatte eine ganze Reihe von Bebauungsplänen im Bezirk Harburg aufgezählt und gleichzeitig verraten, dass die Ausgleichsmaßnahmen „aus personellen Gründen“ noch nicht umgesetzt worden waren.

Da können Politiker schnell mal den Überblick verlieren. Deshalb möchten die Grünen in der Bezirksversammlung Harburg jetzt eine Liste vorgelegt bekommen, welche Ausgleichsmaßnahmen im Bezirk überhaupt  beschlossen sind und welche Projekte damit ausgeglichen werden sollen. Aktueller Anlass sind Berichte aus dem Alten Land, nach denen Obstbauern Ersatzflächen für ihre Betriebe angeboten worden sind, die eigentlich als ökologische Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sind.  ag