150510Beerentalweg2Eißendorf – Das hatten sich die Anwohner vom Beerentalweg ganz anders vorgestellt. Was die Behörde als Verkehrsberuhigung installiert, hallten die

Anlieger schlichtweg für gefährlich. Dazu wurden sie von der Maßnahme über die Köpfe der Betroffenen hinweg geplant und entschieden. Bürgerbeteiligung hat es laut Anwohnern lediglich in über 140.000 Euro Steuergeldern gegeben, die für die Baumaßnahme ausgegeben werden.

Elf Prozent Gefälle, die in einem Trichter mündet und nach rechts weg direkt in den Gegenverkehr geführt wird. Die Planung für den Langenberg Ecke Beerentalweg sieht aus, als wolle man hier einen neuen Unfallschwerpunkt installieren. Genauso soll die Einmündung am Beerentalweg umgebaut werden. Dazu kommen die in den Augen der Anlieger überdimensionierten „Nasen“, die Betonkübel ersetzen, die hier vor Jahren von der Verwaltung aufgestellt wurden.

Den Grund erklärt Beatrice Göhring vom Bezirksamt so: „Der Beerentalweg ist eine Tempo-30-Zone, aber verkehrstechnisch nicht so hergestellt. Früher standen dort Betonringe zur Verkehrsberuhigung. Da es vorkam, dass diese Betonringe verschoben wurden, stellten sie eine Gefahr für den öffentlichen Straßenraum dar. Die Einmündungstrichter einiger Straßen sind viel zu groß und überdimensioniert, so dass sie nicht der Verkehrsberuhigung dienen und auch nicht den Fußgängern, die die Straße dort queren wollen. Nun wird durch das Bezirksamt Harburg so umgebaut, dass der Straßenzug auch augenscheinlich einer Tempo-30 Zone entspricht und es Standard in solchen Zonen ist. Es werden  dort feste Inseln eingebaut. Bei den Einmündungen in die Straßen passen immer noch zwei Autos nebeneinander, pro Fahrtrichtung ein Auto. In den Straßen selbst kann nur noch ein Auto zur Zeit fahren. Diese Maßnahmen dienen der Verkehrsberuhigung.“

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Vom Langenberg kommende Fahrzeuge werden direkt in den Gegenverkehr geführt. Foto: zv

Beunruhigt sind jetzt dafür die Anwohner, die mit dieser Maßnahme „beglückt“ werden sollen. Mittlerweile existiert eine Unterschriftenliste, die sich gegen diese Art der Verkehrsberuhigung wendet. In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Bezirksversammlung, Manfred Schulz, wendet sich Heino Paetow, Anwohner aus der Beerenhöhe. Er sieht gerade in der Verkehrsführung in den Gegenverkehr einen „vorprogrammierten Unfallschwerpunkt“. Zudem moniert er, dass weder die Anlieger, noch die Eigner, in dem Fall die Baugenossenschaft Wartenstadt Wandsbek über die Planungen informiert, geschweige denn einbezogen wurden.

Anwohnerin Annette Kuch wandte sich an den Eingabeausschuss der Bürgerschaft mit dem Ziel die Baumaßnahmen zu stoppen und eine Überplanung der Verkehrsberuhigung zu erreichen. Das wird es nicht geben. „Mir wurde signalisiert, dass die Verkehrsberuhigung eine politische Entscheidung ist“, sagt Kuch. Zudem wird das Prozedere drei bis sechs Monate dauern. Dann werden die laut Bezirksamt sechs bis acht Wochen dauernden Arbeiten abgeschlossen sein. Ein positiver Bescheid auf die Eingabe würde eine Neuplanung und ein Abriss bedeuten.

Unabhängig von Sinn oder Unsinn dieser Art der Verkehrsberuhigung hat das Bezirksamt bereits jetzt eines offen gelegt. So richtig mit Sinn und Verstand hat man offenbar nicht geplant. Das die Bauarbeiten ausgerechnet zu einem Zeitraum ausgeführt werden, in dem groß an der Bremer Straße gebaut wird und Ausweichverkehr über Langenberg und den Beerentalweg führt, wirkt schon von der Koordination her stümperhaft. zv

Veröffentlicht 11. Mai 2015