150131WohnschiffHarburg – Familien? Ehepaare? Alleinstehende Männer? Wenn es um die Belegung des Wohnschiffes am Kanalplatz geht, ist Verwirrung angesagt. Nachdem Mitarbeiter,

die Flüchtlinge auf der „Transit“ betreuen sollen, bei der Unterstützergruppe aus dem Binnenhafen verlauten ließen, dass unter den ersten Bewohnern, die ab 9. Februar einziehen sollen, überwiegend alleinstehende Männer sind, gibt es jetzt ein Dementi. Jürgen Heimath, Fraktionsvorsitzender der SPD in Harburg, hat auf eine offizielle Anfrage die Antwort bekommen, dass es doch Familien sein sollen, die dort einziehen. Auch Melanie Leonhardt, Bürgerschaftsabgeordnete der SPD und Fachsprecherin für Familie, Kinder und Jugend hat ebenfalls erfahren, dass es Familien sein sollen, die auf der „Transit“ untergebracht werden. Die Quelle ist dabei die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie, Integration, kurz BASFI. Die hat allerdings die Betreuung und die Zuständigkeit für die Belegung in die Hände von fördern & wohnen, eine Anstalt öffentlichen Rechts gegeben, deren Trägerin die Stadt ist. Dort sind auch die drei Mitarbeiter beschäftigt, die die Unterstützergruppe informierten.

Der Ankündigung jetzt doch Familien unterzubringen, war erheblicher Druck aus Harburg vorausgegangen. Jürgen Heimath hatte allen Bürgerschaftsabgeordneten der SPD, darunter auch Fraktionschef Andreas Dressel, in der Sache einen Brieg´geschrieben. In Harburg hatte man zudem über eine Sondersitzung der Bezirksversammlung und der Bemühung des Verwaltungsgerichtes nachgedacht. "Wir haben ja bislang keinerlei Vorlagen darüber, wie das Wohnschiff belegt werden soll", sagr Ralf-Dieter Fischer, Fraktionsvorsitender der CDU. Er geht davon aus, dass die BASFI nach dem Sturm der Entrüstung aus Harburg umgeschwenkt ist und fördern & wohnen angewiesen hat, doich keine alleinstehenden Männer dort unterzubringen. "Es wäre an der Zeit, dass die zuständigen stellen endlich mal ein geschlossenes Konzept vorlegen, dass sich nicht nur mit dem Wohnschiff, sondern der Zukunft alle Unterkünfte befasst", sagt Fischer.

Die Ankündigungen rund um das Wohnschiff haben ohnehin stark an der Glaubwürdigkeit der Akteure von jenseits der Elbe gekratzt. Zunächst war Harburg nur einer von vielen Standorten gewesen, die für ein Wohnschiff als Liegeplatz in frage kommen. Harburg wurde es. Dann wurde suggeriert, dass man das Schiff nicht an den Kanalplatz legen wollte. Als Ausweichstandort wurde der Ziegelwiesenkanal gehandelt. Der wurde verworfen, weil das Wohnschiff wegen seiner Länge von 110 Metern dort nicht eindrehen konnte. Dann sollen neue Berechnungen erbracht haben: Doch, das geht. Dann war plötzlich der Zugang zu dem Liegeplatz am Ziegelwiesenkanal nicht mehr verfügbar, weil das Grundstück verkauft worden war. Schließlich war es doch der Lotsekai, in dem das Schiff liegen sollte. Zunächst wurde die gegenüber liegende Seite als Liegeplatz angegeben. Dann passte es nicht mit dem Kran. Am Ende liegt das Schiff doch dort, wo es in Harburg niemand haben wollte: Am Kanalplatz. Kaum angelegt, wurde die Hoffnung auf ein Wechsel des Standortes, der außerhalb Harburgs liegt, zunichte gemacht. Durch den Umbau, es wurden in Rotterdamm Innenräume neu zugeschnitten, ist das 21 Jahre alte Wohnschiff plötzlich nicht mehr in der Lage Eisgang auszuhalten. Harburg hat durch die Schleuse den einzigen von der Tiede unabhängigen Hafenbereich, der damit auch frei von Strömung und Eisgang ist  Dafür wurde die Hoffnung gelassen, dass der Kanalplatz nicht der endgültige Liegeplatz ist. Während das verbreitet wurde, ließ Hamburg Port Authority (HPA) riesige Stahldalben in den Lotsekanal rammen, die das Wohnschiff fest an den Kai drücken. Zudem wurden aufwendig unterirdische Leitungen verlegt. zv